Links zu den Bereichen Landwirtschaft; Verbraucherschutz und Ernährung; Natur und Umwelt; Spezielles für Kinder / Archiv

Hier finden Sie eine kleine Auswahl zu interessanten und informativen Homepages.

(Der Kreislandvolkverband Friesland übernimmt keine Verantwortung für die Inhalte der gelinkten Websites.)

Landwirtschaft

www.wiki-agrar.de (Lexikon landwirtschaflicher Begriffe)

www.agramo.de (Agrar- und Verbraucher-Infoportal)

www.agranet.de (Berichte rund um Landwirtschaft, Ernährung, Umwelt, Gesundheit)

www.agrar.de ( Aktuelle Nachrichten aus der Landwirtschaft, Naturschutz, Ernährung.)

www.bauernverband.de (Presseinformationen und Stellungnahmen zu landwirtschaftlichen Themen)

www.landwirtschaft-neu-erleben.de (Informationen zur landwirtschaftlichen Produktion)

www.landjugend.de (Vorstellung des Verbandes)

www.bauernhof.net (gut verständliche Erklärungen der Abläufe auf einem Bauernhof, Lexikon, Spiele usw.)

www.ima-agrar.de (Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft)

www.landtreff.de

www.beratung.pecudis.de

www.agrarheute.com

Verbraucherschutz und Ernährung

www.aid.de (Informationen zuErnährung, Landwirtschaft und Umwelt)

www.was-wir-essen.de (Entstehungprozesse der Lebensmittel, Lexikon, Ernährungstipps)

www.vzbv.de (Verbraucherzentrale Bundesverband, Aktuelle Informationen zur Ernährung)

www.cma.de (Informationen rund um deutsche Agrarprodukte)

www.lebensmittellexikon.de (Hintergrundinformationen zu Lebensmitteln, Lexikon)

www.zusatzstoffe-online.de (Informationen zu Farb- und Geschmacksstoffen und den Kennzeichnungen auf der Zutatenliste)

www.landtreff.de

Natur und Umwelt

www.umweltbundesamt.de(verschiedene Umweltdatenbanken)

www.umweltlexikon-online.de(Begriffserklärungen zu Ökologie und Umweltschutz)

www.geo.de(das Natur-Magazin im Internet)

www.naturportal.de(Überblick über Pflanzen, Tiere, Natur und Garten)

Speziell für Kinder

www.bauernhof.net (Unterhaltsame Informationen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene rund um die Landwirtschaft)

www.cma.de/young_klugbeisser.php (Online-Lexikon)

www.das-tierlexikon.de (Vorstellung verschiedener Lebewesen)

www. geo.de/geolino/ (kindgerechte Artikel zu Tieren, Pflanzen usw.)

www.lernort-natur.de (Deutscher Jagdschutz-Verband)

www.naturdetektive.de (Mit-Mach-Projekt)

www.tiere-online.de (Linkliste zu Informationen über Tiere, Pflanzen usw.)

 www.bauer-hubert.info. (Bauer Hubert erklärt im Dienst der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) Kindern die bunte Welt der pflanzlichen Energie- und Rohstoffträger)

Kunst und Kühe

Der Fotograf Yann Arthus Bertrand hat wunderbare Bilder von Nutztieren mit ihren  Bezugspersonen gemacht, zu sehen unter

http://www.yannarthusbertrand2.org/index.php?option=com_datsogallery&Itemid=27&func=detail&catid=5&id=71&p=1&l=1280

Hier ein Beispiel:

Archiv

Aus 2010

Das neue „Grünlandzentrum“ in Ovelgönne
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Direkt neben dem Sitz des Kreislandvolkverbandes Weser-marsch in Ovelgönne, Albrecht-Thaer-Straße 1-2, wird das Grünlandzentrum Anfang 2011 Jahr seine Arbeit aufnehmen. Es wird von der Landessparkasse zu Oldenburg- Veranstalterin des Vortrages der Landwirtschaftskammer vom 03.12.2010- mitfinanziert. Als Interessenvertretung für die Grünlandwirtschaft werden einerseits Forschung und Versuchsauswertung zu seinen Aufgaben gehören, anderer-seits wird ein Netzwerk mit verschiedenen Akteuren des ländlichen Raumes geknüpft werden, um gemeinsame Interessen bis nach Brüssel zu vertreten. Die Wertigkeit des Grünlandes soll herausgestellt werden.


Nachdem der Versuchsfeldbetrieb Infeld vor zwei Jahren geschlossen wurde, erarbeiteten Dipl. Ing. Agrar Franz Jansen-Minßen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, zur Zeit kommissarischer Geschäftsführer des entstehenden Grünlandzentrums, und die Geschäftsführung der Kreislandvolkverbände Friesland sowie Wesermarsch ein umfassendes Konzept für diese neue Einrichtung. Eine Grünlandregion stehe vielfältigen Anforderungen gegenüber, die nur durch ein gezieltes Flächenmanagement befriedigt werden könnten. Grünland sei ein wichtiger Kohlendioxidspeicher, auf Grünland werde oft zurückgegriffen, wenn Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen benötigt würden. An Grünland würden ökologische Ansprüche gestellt (z.B. Biodiversität, Wasserschutz), es wird zur Entwicklung von Infrastruktur wie z.B. dem Straßenbau „verbraucht“ und stelle gleichzeitig eine Kulturlandschaft dar, die vom Tourismus vermarktet werde. Dabei diene es in erster Linie der Landwirtschaft, vornehmlich der Milcherzeugung. Vor dem Hinter-grund der Betriebe, die nach dem Wegfall der Milchquote mehr Milch produzieren wollen, müssten Wege zur Leistungssteigerung auf der begrenzten Fläche gefunden werden. Hierzu dienten die Ergebnisse aus der Forschung, u.a. auch von der Universität Wageningen (Niederlande) und von den Versuchsbetrieben. Franz Jansen-Minßen beschrieb Norddeutschland als heutigen und künftigen Schwerpunkt der deutschen Milcherzeugung. Alle an der Milchwirtschaft beteiligten Akteure im ländlichen Raum müssten sich in Netzwerken zusammenfinden, um Förderungen der EU gemeinsam zu beantragen und zu verteilen. Für EU-Fördermaßnahmen müssen jedoch 50% der beantragten Summen kofinanziert werden, diese Gelder sollen von den Netzwerkpartnern gemeinsam aufgebracht werden. Das Netz-werk werde unterstützt von Gebietskörperschaften, Banken, Verbänden, Wirtschaft, wissenschaftlichen Einrichtungen, Fach-behörden und der Politik.

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Ministerin Astrid Grotelüschen informiert sich im Dezember 2010 über „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“
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Beim jährlichen Treffen der regionalen Bildungsträger aus Niedersachsen, die innerhalb des Projektes „Transparenz schaffen…“ vorwiegend junge Menschen über die Lebensmittelherstellung und –verarbeitung aufklären, überzeugte sich die Ministerin von deren erfolgreicher Arbeit. Sie informierte sich im Bildungs- und Tagungshaus Ostheide in Barendorf, dem Sitz der Projektzentrale, über die verschiedenen angebotenen Bildungsprogramme. Die Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch, unterstützt von den Kreisarbeitsgemeinschaften der Landfrauen in beiden Landkreisen, haben seit 2008 mehr als 8500 Veranstaltungsteilnehmern durch praxisorientierte Erkundungen von landwirtschaftlichen und Lebensmittel verarbeitenden Betrieben einen Einblick in viele Berufe des ländlichen Raumes verschafft.

Alle 41 Bildungsträger ziehen an einem Strang um jungen Menschen zu zeigen, wie auf landwirtschaftlichen Betrieben der jeweiligen Region gewirtschaftet wird und wie Lebensmittel weiterverarbeitet werden, bis sie schließlich in einer Ladentheke oder im Supermarkt-regal liegen. Auf diese Weise sollen die künftigen Verbraucher erkennen, dass ihr eigenes Kaufverhalten dazu beitragen wird, wie gesund sie sich ernähren und unter welchen Bedingungen die von ihnen bevorzugten Lebensmittel hergestellt werden. Die Unterrichts-projekte, die auf Nachfrage an allen allgemein bildenden Schulen abgehalten werden können haben jedoch auch zum Ziel, die Vielfalt der Berufe in der Lebensmittelerzeugung an die jungen Menschen heranzutragen. Da sind z.B. der Landmaschinenmechaniker, die Fachkraft für Agrarservice, der Milchtechnologe, der Tierarzt, der Landwirt, der Bäcker, der Fleischer usw. nur ein Ausschnitt aus der großen Bandbreite der Berufe, die den ländlichen Raum beleben. Junge Menschen sollen in den Kontakt mit diesen Berufsfeldern gebracht werden, um ihnen den ländlichen Raum als spätere Existenzmöglichkeit aufzuzeigen und ein Abwandern in die Städte zu vermindern. Auch in den so genannten grünen Berufen ist bereits ein künftiger Mangel an Fachkräften erkennbar. Bei den Erkundungs-besuchen Lebensmittel erzeugender Betriebe haben die SchülerInnen die Gelegenheit, aus erster Hand etwas über Voraussetzungen, Ausbildungsverlauf und Arbeitsbedingungen zu erfahren und bereits erste Kontakte zu knüpfen, auf die sie später bei der eigenen Berufswahl zurückgreifen können. Das Projekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“  (www.transparenz-schaffen.de) wird aus Mittel des PROFIL-Förderprogrammes unterstützt.

Transparenter Produktionsweg und hohe Lebensmittelqualität

SchülerInnen der BBS Jever, Fachgymnasium Gesundheit und Soziales, hatten in einem von ihrer Lehrkraft Frau Peters betreuten mehrwöchigen Projekt Untersuchungen zur Landwirtschaft im Wasserschutzgebiet, zur Herstellung von Milch und Milchprodukten sowie zum Thema Fischfang und Fleischproduktion angestellt. Sie präsentierten die Ergebnisse als Broschüre, Powerpointpräsentation, Plakatausstellung und Zeitungsartikel am 1. November 2010 in ihrer Schule. Fiktiver Auftraggeber für ihre Recherchen war der Kreisland-volkverband Friesland.

Die SchülerInnen hatten sich zunächst intensiv mit der Strukturierung ihrer vier Projekte auseinander gesetzt. Beispielsweise sollte als Ergebnis des Projektthemas „Milch und Milchprodukte-mehr als nur von der Kuh“ eine Broschüre entstehen, die die Produktion auf dem landwirtschaftlichen Betrieb, die Qualitätsbegriffe aus der Sicht der Milchwirtschaft, die Produktvielfalt und die Bedeutung für die menschliche Ernährung zum Inhalt hat. Die Recherchen zu den verschiedenen Themen fanden aber nicht nur im Klassenraum, sondern mit Unterstützung durch den Kreislandvolkverband auch an den Originalschauplätzen statt. So besuchten die SchülerInnen beispielsweise den landwirtschaftlichen Betrieb von Jann Janssen in Cleverns, um die Aufzucht von Rindern und Schweinen für das „Naturwert“-Programm kennen zu lernen. Sie sahen sich die Schlachtung, Zerlegung und Weiterverarbeitung in den Schlachtereien/Metzgereien von Georg Janssen und Frank Munk in Jever an. Unter 200 SchülerInnen ihrer Schule führten sie eine Umfrage zum Thema Fleischkonsum und Qualitätsbewusstsein durch. Schlussendlich erarbeiteten sie Empfehlungen für einen ernährungs- und verantwortungsbewussten Konsumstil mit regionalen Fleisch-produkten.

Landwirt Erwin Kickler aus Schortens-Feldhausen erläuterte ihnen die strengen Auflagen, die er bei der Bewirtschaftung der verschiedenen Zonen des Wasserschutzgebietes, in dem seine Flächen liegen, berücksichtigt. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband steuerte Informationen über die hiesige Trinkwasser-qualität bei. „ Sauberes Wasser wird von den meisten Menschen als Selbstverständlichkeit angesehen. Doch den wirklichen Wert des Wassers erkennen die meisten Menschen nicht“, bekundeten die SchülerInnen in ihrem die Ausstellung begleitenden Informationsblatt. Eine weitere Schülergruppe hatte sich stellvertretend für die ernährungsphysiologische Qualität des Lebensmittels Fisch die Scholle ausgesucht und sich intensiv über deren Verbreitung, Bestand und über die Bedingungen einer nachhaltigen Fischereiwirtschaft informiert.

Diese handlungsorientierten Unterrichtprojekte zeigten den SchülerInnen die verschiedenen Qualitätsvorstellungen der an der Lebensmittelproduktion beteiligten Akteure auf und machten deutlich, welch hoher Aufwand betrieben wird, um die Versorgung der Verbraucher mit hochwertigen Lebensmitteln zu gewährleisten. Gleichzeitig erkannten die SchülerInnen, dass ihre eigenen Qualitätsvorstellungen auch ihr Konsumverhalten und damit die Produktionsbedingungen von Lebensmitteln beeinflussen.

Die Besuche auf den landwirtschaftlichen Betrieben hatten den SchülerInnen besonders gut gefallen, denn "da wurden wir immer mit Tee und Gebäck bewirtet". Dieser Umgang mit Gästen ist eben für die friesischen Landwirte selbstverständlich - und das ist auch ein kleiner Kulturschatz der Region.

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Brüllmarkt 2010

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Zum diesjährigen Brüllmarkt hatte der Kreislandvolkverband Friesland unter dem Motto „Kinder auf dem Bauernhof“ einen Fotowettbewerb ausgeschrieben. Die eingesandten Bilder wurden im Zelt der Landwirtschaft ausgestellt und von den Besuchern bewertet.

Die meisten Stimmen erhielt das Foto von J. Bruhnken aus Strakens, Wangerland, gefolgt von Philipp Krause, Jever und Familie Schwiering aus Schortens.  Die drei Gewinner erhielten jeweils einen Film der i.m.a - agrar mit den Abenteuern von Huhn Emma und Robert, dem Regenwurm. Sie vermitteln auf unterhaltsame und kindgerechte Weise Einblicke in die Landwirtschaft.

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Welt-Schulmilchtag

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Anlässlich des „Welt-Schulmilchtages“ hatte der Kreisland-volkverband Friesland zusammen mit dem „Aktionsbündnis Milch“ vier Klassen der Kath. Grundschule Oldeoogestraße, Wilhelmshaven, am 29.09.2010 auf den Milchviehbetrieb „Carlshof“ von Paul Schoorlemmer nach Gödens eingeladen. Die SchülerInnen erkundeten im Rahmen des Bildungsprogrammes „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ die Herkunft der Schulmilch und bewerteten anschließend verschiedene Milchgetränke. Bisher werden die SchülerInnen nicht mit Schulmilch an ihrer Schule versorgt. Sie hatten auch Entwürfe für eine ansprechende Verpackung von Schulmilchprodukten mitgebracht.

76 SchülerInnen wurden von Anke Eden-Jürgens und Anja Melchers ( beide gehören zum Vorstand der Kreisarbeitsgemeinschaft der Landfrauenvereine Friesland) sowie Sylvia Kreisel vom „Carlshof“ und Birgit Luiken betreut. Sie erkundeten anhand verschiedener Lernstationen die Aufzucht der Kälber, die Futtermittel der Kühe, die Melktechnik und die Haltung der Tiere.

aaaaa aar die Geburt eines Kälbchens konnten sie miterleben. Anschließend probierten alle SchülerInnen sechs verschiedene Milchgetränke: „Vollmilch Natur“, „Vanille-Mix“, „Schoko-Mix“, „Feuerteufel“, „Banana Joe“ und „Body and Soul“. Dabei stellte sich heraus, dass die Vanille- und die Schokomilch am beliebtesten waren, gefolgt von der „Vollmilch Natur“, dem „Banana Joe“, dem „Feuerteufel“ und „Body and Soul“. An der anschließenden Diskussionsrunde nahmen VetreterInnen der Molkerei Ammerland, der Landesvereinigung der Milchwirtschaft, des Aktionsbündnisses Milch, des Kreislandvolkverbandes, des Milchhofes Meinen sowie Schulleiter, Elternvertreter, Landrat Sven Ambrosy und Sandes Bürgermeister Josef Wesselmann teil. Susanne Deckert von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft erläuterte die Bedeutung einer regelmäßigen Calziumversorgung für die Heranwachsenden. Die Versorgung der Kinder mit Schulmilch garantiere, dass wenigstens ein Teil der täglich empfohlenen Menge an Milch-produkten konsumiert werde. Besonders Mädchen benötigen eine ausreichende Calziumzufuhr, um späteren Erkrankungen wie z.B. Osteoporose vorzubeugen. Demgegenüber erläuterte die Schul-leiterin der Grundschule Zetel, Meike Kreutzburg, den großen organisatorischen Aufwand, den die Bereitstellung der Schulmilch für die Lehrkräfte bedeute. Hausmeister könnten sich aufgrund von Sparmaßnahmen oft nicht mehr die ganze Woche an einer Schule betätigen, um die Verteilung zu unterstützen. Bernd Hannstein, Rektor der HRS Bockhorn, konnte mit einer seit über 15 Jahren gut funktionierenden Schulmilchversorgung viele positive Anregungen in die Runde geben. Bürgermeister Josef Wesselmann führte an, dass an einer Grundschule in Sande die Schulmilch wegen des hohen Aufkommens an Verpackungsmüll wieder abgeschafft wurde. Jutta Meinen erläuterte das Angebot und die Vertriebsstruktur der Schul-milch, die vom Hof Meinen in Pfandflaschen angeboten wird. Ursel Kindel, Schulleiterin der kath. Grundschule Wilhelmshaven, hatte sich an diesem Vormittag selbst davon überzeugen können, wie gut ihre SchülerInnen die Milch und Mixgetränke annahmen und wird sich überlegen, wie sie die Versorgung in ihrer Schule einrichten kann. Fazit der Diskussionsrunde: es wird eine Austauschmöglichkeit, beispielsweise über eine Internet-Plattform gewünscht, auf der sich Schulen gegenseitig bezüglich der Organisation der Schulmilch-versorgung austauschen können.

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Übergabe der Erntekrone 2010

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Landrat Sven Ambrosy würdigte in seiner Begrüßungsrede anlässlich der Übergabe der Erntekrone den positiven Beitrag der friesischen Landwirtschaft zur touristischen Attraktivität der Region. Die Unterschutzstellung von Flächen (z.B. Vogelschutzmaßnahmen) solle immer einen Kompromiss zwischen Umweltschutz und Landwirtschaft zum Ergebnis haben. Die Neuregelung der Befahrbarkeit der B 210 mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen werde ein Jahr lang beobachtet, bevor sie evtl. auf weitere Streckenabschnitte erweitert wird.

Die Wirtschaftskrise habe in Friesland so gut wie gar nicht stattgefunden, denn die Strategien in den Bereichen Wirtschaft und Tourismus hätten dazu geführt, dass die Region weniger krisen-anfällig sei, so Ambrosy. Das Konjunkturpaket 2 wurde zum Sanieren der Schulen, zum Klimaschutz und Energiesparen genutzt. Das Miteinander zwischen den Vertretern der Landwirtschaft und des Landkreises wertete Ambrosy als positiv. Die hohe Investitions-tätigkeit der Landwirte, beispielsweise im Bereich der Energie-erzeugung, stärke die regionalen Betriebe, da beim Bau meist auf regionale Unternehmen zurückgegriffen werde. So bleibe das Kapital in der Region – immerhin etwa 8,5 Mio. Euro, die Landwirte bei den zur Zeit vorliegenden 60 Bauanträgen einbringen, erläutere Dr. Martin Dehrendorf (Fachbereich Bauen, Planen, Umwelt). Ambrosy wies darauf hin, dass der Landkreis informiert werden sollte, wenn bei Baumaßnahmen Baudenkmäler betroffen seien. So könne ein Baustopp rechtzeitig vermieden werden. Er wünsche sich eine dezentrale, weniger konfliktträchtige Ansiedlung von Biogasanlagen. Allerding, so Lübbo Meppen, könnten kleinere Anlagen das Gas nicht verwerten und die entstehende Wärme nicht nutzen. Dr. Derendorf erläuterte die Idee, das Gas der dezentralen Anlagen aufzufangen und in einer Reinigungsanlage einspeisungsfähig aufzubereiten. Armin Tuinmann (Untere Naturschutzbehörde) berichtete von dem „Spagat“, den ein Kompromiss zwischen den von der EU verlangten Einrichtungen von Schutzzonen wie der „Marschen am Jadebusen-West“ und den Ansprüchen der Landwirtschaft bedeute. Hier seien 140 Betriebe auf 7.000 ha Fläche betroffen. Bewährt hätten sich Naturschutzmaßnahmen auf Basis des Vertragsnaturschutzes mit den Landwirten. Die Betriebe dürften in solchen Schutzgebieten nicht in ihren Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt werden, andernfalls würde eine Region „konserviert“, während sich andere dynamisch weiterentwickeln könnten, betonte Manfred Ostendorf, Geschäfts-führer des Kreislandvolkverbandes. Ambrosy bestätigte, dass der Landkreis mit der Ausweisung von Landschaftsschutzgebieten vernünftige Bedingungen für die Natur und für die Landwirtschaft erzielen wolle. Dr. Werner Heising (Veterinärwesen) erläuterte, dass die Blauzungenkrankheit zur Zeit keine Gefahr mehr darstelle. Geflügelmist solle in Grünlandregionen nicht ausgebracht werden, da für die Rinder sonst eine Ansteckungsgefahr mit Clostridien bestünde. Anke Eden-Jürgens (Kreisarbeitsgemeinschaft der Landfrauen Friesland) erläuterte, wie sich die Landfrauen beispielsweise in Schulprojekten wie „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ und „Kochen mit Kindern“, „Ernährungsführerschein“ usw. dafür einsetzten, dass die Wert-schätzung von Lebensmitteln wieder zunähme. Sie vermisse aller-dings eine ausreichende Breitbandverbindung für die landwirt-schaftlichen Betriebe. Der Ausbau sei in 2-3 Jahren abgeschlossen, so Ambrosy. Dann sind hoffentlich alle im ländlichen Raum „auf Draht“.

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Nicht von Pappe – Kindergärten erhalten kostenlose Versorgung mit Trinkmilch
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Die Kinder des evangelischen Kindergartens Bockhorn hatten sich innerhalb eines Projektes intensiv mit dem Thema „Die Kuh“ auseinandergesetzt. Zu den Ergebnissen gehörte auch eine lebensgroße Kuh aus Pappmacheé, die anlässlich eines vom Kreislandvolkverband Friesland ausgeschriebenen Wettbewerbes am "Tag des offenen Hofes" auf dem Betrieb der Familie Lehmhus ausgestellt wurde.

 

Da gab es außerdem eine lustige Hühnerschar,gefertigt vom Kindergarten „Arche“ in Büppel; das Fußballpferd „Pferdinand“ vom Kindergarten „Zum guten Hirten“ in Varel; „Pitz“, die Sau mit ihren Ferkeln „Fritz“ und „Rudi“ vom Kindergarten „Mäuseland“ in Glarum und die Kuh „Anneliese“ vom Kindergarten Süderburg in Zetel zu bestaunen. Die Besucher des „Tag des offenen Hofes“ konnten die schönsten Skulpturen wählen. Den ersten Preis – drei Wochen lang die Lieferung von Trinkmilch vom Vorzugsmilchbetrieb Meinen aus Grabstede sowie ein Hofbesuch für die Kinder- hat sich der Kindergarten Bockhorn verdient. Den zweiten Preis – zwei Wochen Milchversorgung- erhält der Kindergarten „Arche“, der dritte Preis – eine Woche lang Milch- geht an den Kindergarten „Mäuseland“ .

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Chefredakteur der „Land und Forst“ zu Gast bei der Beiratssitzung der Kreislandvolk-verbände

Der neue Chefredakteur der “Land und Forst“, Ralf Stephan, hatte sich bei einer Fahrt durch die Regionen Friesland und Wesermarsch einen Überblick über die Vielfalt der hiesigen Landwirtschaft verschafft. Auch der große technische Auf-wand, der für die Wasserstandsregulierung in der Küsten-region betrieben wird, beeindruckte ihn.

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Stephan hat innerhalb seiner Familie einen Bezug zur Landwirt-schaft. Er begann seine journalistische Arbeit bei einer Tageszeitung in Berlin, wechselte später zur „Bauernzeitung“ des Bauernverlages und war von den 20 Jahren seiner Tätigkeit dort 11 Jahre Chef-redakteur. Er arbeitete anschließend im deutschen Landwirtschafts-verlag für die zweitgrößte deutsche Jagdzeitschrift. In der „Land und Forst“ wolle er seine große berufliche Erfahrungen einbringen, laut und selbstkritisch berichten und auch für die Nicht-Landwirte schreiben. Die Begegnungen mit den Kreislandvolkverbänden Friesland und Wesermarsch sollte auch dazu dienen, die verschie-denen Ansprüche der Leserschaft, die sich je nach Region stärker mit Ackerbau, Veredelung oder Milchwirtschaft beschäftigt, kennen zu lernen, damit die Zeitung darauf eingehen könne. Künftig sollen beispielsweise auch Flächeneigentümer und Jagdpächter stärker von der „Land und Forst“ angesprochen werden. Der politische Teil der Zeitung werde nicht zu kurz kommen, das Layout werde so verän-dert werden, dass wichtige Artikel stärker hervortreten und die Struktur der Zeitschrift verbessert würde. Den Inhalt bezieht die Zeitung von verschiedenen, regional tätigen Korrespondenten und aus der Zusammenarbeit mit Fachjournalisten und Mitarbeitern der Landwirtschaftskammer. Die Hauptausrichtung bleibe die Versorgung der aktiven Betriebsleiter in der Landwirtschaft mit aktuellen Informationen auch zu Themen wie Antragstellung, Cross-Compliance-Regelungen usw. Zurzeit werde auch eine Plattform im Internet aufgebaut, um spezielle Informationen auf Abruf anbieten zu können. Voraussetzung für die Nutzung sei allerdings die Einrichtung schneller Breitbandverbindungen im ländlichen Raum.

Peter Cornelius, Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Weser-marsch, berichtete von den positiven Verhandlungen mit dem friesischen Landrat Sven Ambrosy, die im Bereich des Vogelschutzes zu einem passablen Kompromiss zwischen Ökonomie und Ökologie geführt hätten. Im Planfeststellungsverfahren für die Küstenautobahn wolle man dafür eintreten, dass die Landwirte gute Verkehrs-anbindungen bekämen. Er bedauerte das Ausscheiden von Christian Wulff aus seinem Amt, da das Landvolk eine gute Verbindung zu ihm aufgebaut hatte.
Hartmut Seetzen, Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes Friesland, erläuterte, dass Landwirte künftig beim Landkreis einen Antrag für ihre Fahrzeuge stellen könnten, wenn sie die bisher gesperrten Straßenabschnitte der B210 und L 118 befahren wollen. Pro Schlepper werde eine Gebühr von bis zu 60.- € verlangt, jedes weitere angehängte Fahrzeug koste 10.- €. Sperrzeiten für den landwirtschaftlichen Verkehr gebe es von 6.00 bis 8.30 Uhr und von 15.30-17.30 Uhr. Bei Verstößen gegen diese zeitliche Beschränkung könne die Genehmigung eingezogen werden. Schlepper sowie Anhänger müssen für 40 km/h zugelassen sein.

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„Tag des offenen Hofes“ 2010
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Der Betrieb der Familie Lehmhus in Varel-Rosenberg war wie geschaffen für die Veranstaltung des „Tag des offenen Hofes“. Das großzügige und übersichtliche Hofgelände bot viel Platz für ein informatives, unterhaltsames und kulinarisches Programm für große und kleine Besucher (siehe auch: http://www.youtube.com/WochenblattTV)


Gäste, die mit der Landwirtschaft selbst beruflich vertraut sind, konnten sich an zahlreichen Ständen z.B. über Fütterung, Zaunbau, Versicherungsangelegenheiten oder Stalltechnik informieren. Für die nicht landwirtschaftlich vorgeprägten Besucher gab es viel Interessantes über die Landwirtschaft zu erfahren. Beispielsweise bot die Berufschule Varel, Fachbereich Agrarwirtschaft, ein Quiz an, bei dem es Saatgut zu erkennen galt.

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Der Kreislandvolkverband Friesland informierte unter anderem über das Bildungsprojekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“, das junge Menschen in Kontakt zu Berufen aus der Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung bringt. Die kleinsten Besucher fühlten sich von den lustigen Pappmacheétieren ange-zogen, die verschiedene Kindergärten aus der Region erstellt hatten. Unter den Schweinchen, Kühen, Hühnern und einem Pferd galt es die schönste Skulptur zu wählen. Der Kindergarten mit den meisten Stimmen erhält eine dreiwöchige kostenlose Versorgung mit Milch sowie eine Hofführung für die Kinder.

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Auf reges Interesse der Besucher stieß auch das Schaumelken in dem nicht alltäglichen Melkstand, der – anders als die verbreiteten Fischgrätenmelkstände, in denen der Melker in einer Grube steht und die Kühe von der Seite melkt- ebenerdig angelegt ist. Die Kühe erreichen den Melkstand über eine Rampe und werden von hinten gemolken. Gesehen hatte Heiner Lehmhus diese Art zu Melken bei einem Aufenthalt in Wisconsin und war sofort überzeugt von den Vorteilen.  

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Posaunenchor, Tombola, ein reichhaltiges Kuchenbüffet der Landfrauen, raffinierte Milchmixgetränke, ein Theaterstück im Kälberstall, Gesangsdarbietungen, eine Ausstellung von Land-maschinen und Fahrzeugen der Feuerwehr und viele andere Aktionen rundeten die gelungene Veranstaltung ab.

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Der "Fuchsberger Milchabend"

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Das "Aktionsbündnis Milch Friesland/Wilhelmshaven-Wesermarsch" lud zum bundesweiten Tag der Milch am 01.06.2010 auf den Milchviehbetrieb von Imke und Renke Harms in Elsfleth.

Ein gelungenes Abendprogramm unter der Moderation von Heike Götz zog mehrere Hundert Besucher an.

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"Wir produzieren das weisse Gold", erläuterte Imke Harms dem Publikum. Durch den Betrieb des "Melkhus" und den  Kontakt zu Gästen leistet sie einen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit über die Landwirtschaft. 

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Annegret Schildt (Kreisarbeitsgemeinschaft der Landfrauen in der Wesermarsch) und Ellen Kromminga-Jabben (Kreisarbeitsgemein-schaft der Landfrauen Friesland/Wilhelmshaven) warben für eine finanzielle Unterstützung von Bildungsprojekten im Bereich der gesunden Ernährung und erläuterten die Entstehung des "Aktions-bündnis Milch", das bereits im letzten Jahr in Friesland einen sehr gut besuchten "Tag der Milch" veranstaltet hatte.

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Die Vertreter der Molkereien Rücker, Nordmilch und Ammerland erläuterten Produktionsdaten und Vertriebswege ihrer Unternehmen. "Wir sind Konkurrenten, doch wir können uns benehmen", beruhigte Heiko Hinrichs von der Molkerei Ammerland die Moderatorin.

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Der über 20 m lange Käsespieß, für den die Landfrauen 150 kg von den drei Molkereien gesponserten Käse verwendet hatten, fand regen Zuspruch bei den Besuchern.

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Janne Petersen, die "Milchkönigin 2010" der Nordmilch, ist vom Fach: Sie hat eine Ausbildung als Molkereifachfrau absolviert und studiert zur Zeit Milchwirtschaftliche Lebensmitteltechnologie.

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Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen hält den Struktur-wandel für unvermeidlich. Trotzdem empfiehlt sie jungen Menschen, einen Beruf im vielfältigen Gebiet der Landwirtschaft mit ihren vor- und nachgelagerten Bereichen zu erlernen. Sie hält die Wesermarsch mit ihren 90% Grünland an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche für einen prädestinierten Standort der Milchproduktion. In ihrem neuen Amt sieht sie sich als Schaltstelle zwischen der regionalen Landwirtschaft und den agrarpolitischen Gremien. Zur Durchsetzung ihrer Ziele, z.B. die Aufrechterhaltung der Direkt-zahlungen an die Landwirte, sollen ihr auch ihre Erfahrungen als Handballerin dienen: "Durch das Handballspiel habe ich Teamgeist entwickelt. Doch ich weiß auch: Es kommt auf den Einzelnen an."

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Jahreshauptversammlung vom 08.03.2010

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Kreislandwirt Hartmut Seetzen fasste das vergangene Jahr aus der Sicht der landwirtschaftlichen Betriebe und vor dem Hintergrund der Finanzkrise zusammen. Demnach konnten die guten Ernten die hohen Produktionskosten und niedrigen Erlöse nicht wettmachen.
Viele Betriebe hätten nur durch die – auch durch Gespräche des Kreislandvolkverbandes mit den Banken- unkompliziert gewährten Darlehen die Zahlungsunfähigkeit verhindern können. Wenn Betriebe aufgeben würden, nähme die Wirtschaftskraft im ländlichen Raum deutlich ab, Arbeitsplätze im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft gingen mit verloren. Die Direktzahlungen an die landwirtschaftlichen Betriebe seien Voraussetzung dafür, sichere, hochwertige Lebensmittel in Deutschland zu erzeugen, auch vor dem Hintergrund, dass die deutschen Landwirte oft von national höheren Anforderungen, beispielsweise beim Naturschutz, betroffen seien, als ihre Kollegen in der EU. Einer Meinung waren sich Hartmut Seetzen und Landrat Sven Ambrosy hinsichtlich der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Landrat und seinen Abteilungen. Allerdings stelle die Frage der Nutzung der B210 durch landwirtschaftliche Fahrzeuge hier immer noch einen Ausreißer dar. Die B210 wurde für den landwirtschaftlichen Verkehr in Roffhausen gesperrt, obwohl es dort in den letzten Jahren keine Unfälle mit ebensolchen Fahrzeugen gegeben habe. Für die neue B210 läge ein Gutachten mit der Aussage vor, dass es bei einer Benutzung durch landwirtschaftliche Fahrzeuge zu keiner größeren Gefährdung käme. Landrat Ambrosy kam einer sinnvollen Lösung des Problems mit der Idee entgegen, eine Evaluation der Verkehrssituation vorzunehmen, um den Bund als Straßeneigentümer zu einer Freigabe der Strecke zu bewegen.

 

Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, stellte in einem temperamentvollen, für Fachleute leicht verständlichen Vortrag den Zusammenhang zwischen Weltwirtschaft und Agrar-wirtschaft dar. Im Wesentlichen deckten sich seine Aussagen bezüglich der Agrarmärkte mit denen von Dr. Christian Bickert vom 02.02.2010 (Artikel siehe weiter unten). Hellmeyer betonte die Leistung der Zentralbank als Konzert der 30 größten Wirtschafts-nationen, die in gemeinsamer Anstrengung die Weltwirtschaft vor einem Infarkt gerettet hätten. Seinen Erkenntnissen nach seien Irland, Spanien, Portugal und Griechenland weit weniger verschuldet, als zur Zeit suggeriert werde. Die Schwellenländer Russland, China, Brasilien und Indien könnten sich künftig vom Dollarbestimmten Wirtschaftssystem abwenden und ein eigenes, unabhängiges System aufbauen. Die heutigen Schwellenländer seien die Wirtschafts-stabilisatoren von morgen, und in ihre Richtung bewege sich auch die finanzökonomische Marktachse. Die aktuellen Wirtschaftsdaten der USA seien dagegen auf dem Stand von Russland im Jahre 1985. Für die Landwirte bedeute das, sich mit besseren Kenntnissen über das Finanzmanagement auszurüsten, um Ein- und Verkauf zu optimieren und ihre Betriebe erfolgreich an eine möglicherweise erhöhte Nachfrage der Schwellenländer von Lebensmitteln und Biotreibstoff anzupassen.

Im Anschluss an den Vortrag wurden Vorstand und Geschäftsführung von den Rechnungsprüfern entlastet. Heiko Menkens wurde zum neuen Rechnungsprüfer gewählt.

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Küchenchef Heiner Lenz lässt sich beim Kochen über die Schulter schauen

 Im Rahmen des niedersächsischen Projektes „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ hatte der Kreislandvolkverband Friesland einen Blick hinter die Kulissen der erstklassigen lokalen Gastronomie organisiert. Eng umringt von neun Landfrauen gab Heiner Lenz, Küchenchef und Betreiber der Gaststätte „Zum Forsthaus“ im Forst Upjever, einige Kniffe und Geheimnisse seiner Kochkunst preis. Das Ergebnis war ein Menü in drei Gängen aus überwiegend regionalen Produkten, das die kochbegeisterten Landfrauen ins Schwärmen geraten ließ.

Die Steckrübe ist das Lieblingsgemüse von Heiner Lenz, und so hat er daraus viele Gerichte entwickelt, mit denen er die Gaumen seiner Gäste verwöhnt. Eines davon, die „Überbackenen Steckrübenreibe-kuchen an Feldsalat“, lernten nun die Teilnehmerinnen der vom Kreislandvolkverband getragenen Fortbildung als Vorspeise zuzubereiten. Gefolgt vom „Schweinefilet in Kartoffel-Rosmarin-kruste“ und den „Kernobstperlen im Zitrusauszug“ entstand ein Menü, das höchsten Ansprüchen gerecht wurde und eindrucksvoll zeigte, wie sich aus vorwiegend regionalen Produkten mit ent-sprechender Raffinesse und Können ungewohnte Geschmacks-eindrücke erzielen lassen.

Ziel des Projektes „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ ist es, buchstäblich für mehr Durchblick zu sorgen. Angefangen bei Kindergartenkindern und SchülerInnen bis hin zu Erwachsenen sollen Konsumenten verstehen lernen, wie und wo Lebensmittel produziert und weiterverarbeitet werden. Hier geht es vor allem um die Qualitätsverständnisse der einzelnen Akteure in der Kette der Lebensmittelproduzenten und –verarbeiter. Damit ein Gericht gelingt, sind hochwertige Zutaten nötig, die ein Küchenchef fachkundig im Lebensmittelhandel einkauft. Für deren Qualität ist bereits der Landwirt z.B. mit der Bereitstellung hochwertigen Futters und tiergerechter Haltungsformen verantwortlich, um bei den Schlachttieren eine gute Fleischqualität zu erreichen. Metzger und Fleischer sorgen für den Qualitätserhalt bei den Prozessen der Schlachtung, Zerlegung und Weiterverarbeitung. Desgleichen halten Gemüse- und Obsterzeuger hohe Qualitätsstandards im Anbau ein, um sowohl den vorgegebenen Normen als auch den Wünschen der Konsumenten zu entsprechen. Das Ergebnis all dieser Bemühungen – veredelt durch eine anspruchsvolle Art der Zubereitung- findet sich dann auf dem Teller wieder. Dies werden sicher bald die Familien der Landfrauen nachvollziehen können, wenn diese die Gerichte zuhause nachkochen.

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Wie muss sich die Landwirtschaft auf die Agrarmärkte der Zukunft ausrichten?
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Dr. agr. Christian Bickert, stellvertretender Chefredakteur der DLG-Mitteilungen (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft), spannte am 02.02.2010 den Bogen vom Beginn der Finanzkrise und ihren Auswirkungen auf den Agrarmarkt bis hin zu den Perspektiven in etwa 4 Jahrzehnten, auf die sich die landwirtschaftliche Produktion einstellen muss.

Die Definition der Finanzkrise könnte lauten: Krise ist ein hohes Maß an Anpassung, die in einem sehr kurzen Zeitraum geleistet werden muss. Mit anderen Worten: eine Krise stellt Betriebe und Unter-nehmen vor existenzielle Herausforderungen, für deren Bewältigung Zeit gebraucht werde – sonst ginge das Unternehmen zu Grunde. Liquiditätshilfen in der Höhe von insgesamt 19 Billionen US-Dollar sollten daher – buchstäblich nach dem Motto „Zeit ist Geld“ – den Betrieben die Möglichkeit geben, den Zeitraum zur Entwicklung von Überlebensstrategien auf das notwendige Maß hin zu verlängern. Nach der Krise der US-Banken 2007 hätten viele Anleger mit Investitionen in Rohstoffe eine Flucht aus dem Dollar vollzogen, mit dem immerhin ca. ¼ der Weltwirtschaft finanziert werde. Die folgende Inflation ließ die Preise für Lebensmittel in einigen Ländern derart in die Höhe schnellen, dass es zu Protestaktionen in der Bevölkerung kam. Um diesen sozialen Zündstoff zu entschärfen und die Inflation zu stoppen, drehten die Notenbanken den Geldhahn wieder zu, die Lehmann-Brothers- Bank ging zu diesem Zeitpunkt Pleite, die Anleger verkauften ihre Rohstoffe zu fast jedem Preis (der Rohölpreis verfiel um zwei Drittel). Staatspleiten in Island, Pakistan, Argentinien, der Ukraine, Ungarn und Lettland folgten. Die Bevölkerung sparte und konsumierte nur die nötigen Grundnahrungs

mittel – und das hatte gravierende Folgen für Agrarexporteure wie z.B. Deutschland. Weniger Milchprodukte wurden beispielsweise nach Russland, dem Hauptabnehmer für Käse und Butter, exportiert. Ende 2009 erholte sich die weltweite Nachfrage, doch nun tauchten neue Konkurrenten am Horizont auf: Brasilien und Argentinien begannen, ihre Milchproduktion auszuweiten. Ein nennenswertes Ansteigen der Erzeugererlöse auf einen kostendeckenden Milchpreis ist daher zur Zeit nicht zu erwarten. In 2008 und 2009 wurden Rekordernten beim Weizen eingefahren, so dass Interventions-mengen von der EU eingelagert werden mussten, um die Erzeuger-erlöse zu stützen. Diese Bestände werden ab Mai 2010 auf den Markt gegeben, so dass der Weizenpreis abermals Gefälle bekommen könne. Weltweit werde die Weizen- und Gersteproduktion 2010 nur wenig sinken, so dass eine Verringerung des Angebotes nicht zu erwarten sei, wenn keine Missernten einträten. So werde es auch keine Konkurrenzsituation im Sinne von „Teller oder Acker“ zwischen Nahrungsgetreide und Energiegetreide geben. Die Preise für stickstoffhaltige Düngemittel könnten sich allerdings um 10-15% erhöhen, weil das Eis auf den Schifffahrtswegen zur Zeit die Anlieferung erschwere und das Angebot geringer als die Nachfrage sei. Dagegen würde der Preis für Sojabohnen ab April oder Mai fallen, weil in Südamerika eine gute Ernte erwartet werde. Wie sähe nun die langfristige Perspektive für die landwirtschaftliche Produktion aus? Könnten wir die Welt in Zukunft ernähren? Rein rechnerisch ja, falls die Tendenz eines weltweit sinkenden Bevölkerungszuwachses stabil bliebe. Dann allerdings werde es nur selten Spitzenpreise für landwirtschaftliche Produkte geben und nur die am kostengünstigsten produzierenden Betriebe könnten sich halten. Stiege das Bevölkerungswachstum an, würden Preis-steigerungen moderat ausfallen, denn die Landwirtschaft würde Reserven mobilisieren, um den laut OECD und FAO nötigen jährlichen Zuwachs von 1,3% der Nahrungsmittelproduktion zu bewältigen. Das entspräche der Hälfte des jährlichen Zuwachses der letzten 40 Jahre und könnte ohne weiteres mit Innovationen in der Produktions-technik und der Bewirtschaftung brachliegender Flächen bewerk-stelligt werden. Allerdings verdreifache sich die Bevölkerung künftig überwiegend in den Regionen der Erde, wo wenig Kaufkraft vorhanden sei, um Veredelungsprodukte wie z.B. Fleisch zu konsumieren. Zudem würde in diesen überwiegend muslimischen Ländern kein Schweinefleisch absetzbar sein, wohl aber Geflügel. Dieses jedoch benötige weniger Futter in Relation zum erzeugten Kilogramm Körpergewicht, so dass die Nachfrage nach Futter-getreide sinken werde. Schweinefleisch werde sich auch in den so genannten Schwellenländern wie China und Indien kaum absetzen lassen. Dort lebten zwar 38% der Weltbevölkerung bei einem Wirtschaftswachstum von 8-10%, doch in Indien gebe es fast keine Nachfrage nach Schweinefleisch und China habe sogar selbst Schweinefleisch exportiert, bevor eine Seuche 10% des dortigen Sauenbestandes dezimierte. Desweiteren seien für die chinesischen Ernährungsgewohnheiten nicht die hochwertigen Fleischpartien interessant, sondern vielmehr Ohren, Schnauzen und Füße. Auch Geflügel werde sich auf dem chinesischen Markt nicht nennenswert vermarkten lassen. Rindfleisch und Getreide wurden von Indien und China in der Vergangenheit ebenfalls exportiert. Lediglich die Nach-frage nach Sojabohnen habe sich in China in den letzten Jahren verdoppelt, während Indien keinen Importbedarf zeige. Auch Pflanzenöle würden sich in den Schwellenländern nicht vermehrt absetzen lassen. Hier würden die weltweite Produktion und Nachfrage aber insgesamt konstant bleiben. Lediglich eine vermehrte Biotreibstoffproduktion könne ein Anreiz für eine gesteigerte Pflanzenölproduktion bieten. So stellten sich die Anforderungen an die Landwirte für die Zukunft etwa folgender-maßen dar: eine optimale Produktionstechnik, genügende finanzielle Rücklagen, kaufmännisches Denken und eine bestmögliche Information über die aktuelle Marktsituation werden die Säulen sein, auf denen sich eine erfolgreiche Betriebsbewirtschaftung stütze. Die Ausführungen von Hans-Günter Diefenbach vom Beratungsring für Rinderhaltung Friesland-Wilhelmshaven ergänzten diese Prognose. Nur wenn der Landwirt seine Kostenfaktoren in der Milchproduktion genau kenne und sie im Verhältnis zum Erlös ständig reflektiere, könne er ein optimales betriebswirtschaftliches Ergebnis erzielen. Hierfür biete der Beratungsring die entsprechende Unterstützung an, denn, so Diefenbach: „Die Wirtschaftlichkeit liegt zwischen den Ohren des Betriebsleiters“.

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Aus 2009 und 2008

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„Rund um die Kuh“ -Quiz vom Brüllmarkt 2009 
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Zunächst galt es, etwas Mut aufzubringen und beim Melken der Kühe im Melkstand dabei zu sein. Was allerdings die Kuh vorher fressen muss, um überhaupt so viel Milch geben zu können, erkannten die Teilnehmer beim Füttern der Tiere. Hier durfte kräftig selbst Hand angelegt werden. Nach der Führung über den Betrieb und der heiß begehrten Fahrt mit dem Trecker wurde gemeinsam ein gesundes Frühstück mit verschiedenen Brotaufstrichen, Milchgetränken und selbstgebackenen Brötchen hergestellt. Denn der Weg vom Gras zum Milchprodukt ist wirklich lang – und macht hungrig.

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Den Druck von den Erzeugern wegnehmen 
 
Heinz Korte, Vizepräsident des Niedersächsischen Landvolkes und Vorsitzender des Milchausschusses auf Landesebene, diskutierte mit Milcherzeugern des Kreislandvolkverbandes Friesland über die „Zeit nach der Quote“. EU-Politik soll künftig neue Herausforderungen wie Klima- und Umwelt-schutz, Versorgungssicherheit und Schutz der Landwirte vor Einkommensverlusten durch Ertragsausfälle und Billig-konkurrenz aus Drittstaaten beinhalten.

Die Ursache für die wirtschaftliche Misere der Milcherzeuger liegt in erster Linie in den Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise. Wie kann zukünftig mit solchen Markteinbrüchen umgegangen werden, ohne dass die landwirtschaftlichen Betriebe die entsprechenden Aus-wirkungen zu 100% alleine tragen müssen? Dass sich die Erlöse für die Milch künftig an einem Milchmarkt, in den der Staat immer weniger regulierend eingreifen wird, ausrichten werden, ist den Landwirten und ihrer Interessensvertretung, dem Deutschen Bauern-verband, längst klar. Im Jahr 2015 fällt die Milchquote weg, Molkereien werden dann durch privatrechtliche Vereinbarungen mit ihren angeschlossenen Landwirten die anzuliefernden Milchmengen und Erlöse regeln müssen. Sollten die Milcherzeuger kein Aus-kommen mit den neuen Preisregelungen finden, könnte sich ein Wechsel zur Biogaserzeugung ergeben. Zur Zeit haben sich die Marktprognosen leicht verbessert, der globale Markt für Milch und Milchprodukte scheint sich zu erholen. Vor dem Hintergrund der weltweit steigenden Bevölkerungszahl sollte sich die Nachfrage im Laufe der Zeit weiter erhöhen. Allerdings gibt es weltweit große Unterschiede in den Produktionskosten. So kann z.B. in Australien aufgrund des Klimas wesentlich preisgünstiger Milch produziert werden. In Niedersachsen würde einer Studie zufolge bei einem Auszahlungspreis von 30 Cent/Liter die Anzahl der Milch erzeugenden Betriebe stabil bleiben, während bei nur 25 Cent etwa 60% der Höfe aufgeben müssten. Noch scheinen die Familienbetriebe in Niedersachsen den Kopf nicht hängen zu lassen, sondern mobilisieren alle Reserven, um die schwierigste Lage seit 30 Jahren zu überstehen. Um sich für zukünftige Marktschwankungen rüsten zu können, muss allerdings die Bildung von Rücklagen steuerfrei möglich sein. Am 19.10.09 forderten 21 EU-Mitgliedsstaaten in Luxemburg mehr Möglichkeiten zur Unterstützung des Milchsektors ein, darunter die Absatzförderung von Milchprodukten durch verbesserte Verbraucherinformation; Exporterleichterungen für Butter, Milchpulver und Käse; die Stärkung der Verhandlungs-positionen von Milcherzeugern und Molkereien gegenüber dem Lebensmittelhandel und eine Förderung der Abgabe von Milch-produkten an Schulen bis hin zu Universitäten. Der Deutsche Bauernverband unterstützt die Forderungen der 21 EU-Länder, die immerhin 95% der Milchbetriebe in der EU repräsentieren. Das Aktionsbündnis Milch der Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch, zu dem Vertreter der Landfrauen; des Arbeitskreises junger Landwirte; der Landwirtschaftskammer; der Molkereien; der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen und des Landvolkes gehören, hat u.a. bereits Ideen entwickelt, wie der Schulmilchabsatz wieder angekurbelt werden kann. Heinz Korte begrüßte diese Initiative, die bisher in Niedersachsen einmalig ist: "Die Bauern müssen sich wieder mehr mit ihren Produkten identifizieren. Die Milch öffentlich wegzuschütten ist wenig geeignet, um ihr ein positives Image zu verleihen".
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Brüllmarkt 2009
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Die Kreisarbeitsgemeinschaft der Landfrauen informierte im Zelt der Landwirtschaft über die Unterschiede zwischen echtem Käse und Käseimitaten. Der Kreislandvolkverband machte auf die Bedeutung der Milcherzeuger und hoch-wertiger Milchprodukte für einen abwechslungsreichen Speiseplan aufmerksam und verloste mit dem Quiz „Rund um die Kuh“ einen erlebnisreichen Vormittag auf einem Bauernhof.


Zusammen mit dem vor dem Zelt aufgebauten „Melkhus“ konzentrierten sich die Aktivitäten der Kreisarbeitsgemeinschaft der Landfrauen und des Kreislandvolkverbandes Friesland darauf, ein positives Image von Milch und Milchprodukten bei den Besuchern zu erzeugen. Am Stand der Kreisarbeitsgemeinschaft konnten verschiedene Milchorten erschmeckt und leckere Käsesorten probiert werden. Eine Unterschriftensammelaktion soll dazu beitragen, dass künftig Käseimitate für den Verbraucher eindeutig kenntlich gemacht werden, um Verwechslungen auszuschließen und eine bewusste Entscheidung für hochwertigen Käse aus Milch zu ermöglichen. Das Melkhus sorgte mit schmackhaften und einfallsreich komponierten Milchgetränken für Gaumenkitzel und musste wegen der großen Nachfrage schon bald Nachschub an Milch ordern. Am Stand des Kreislandvolkverbandes informierten die Vorstandsmitglieder über die Arbeit des Verbandes und über die friesische Landwirtschaft. Großen Zuspruch fand auch das Quiz „Rund um die Kuh“, bei dem es für Nicht-Landwirte manche harte Nuss zu knacken gab. Die Gewinner werden im Rahmen des niedersachsenweiten Projektes „Transparenz schaffen- von der Ladentheke zum Erzeuger“ einen interessanten Vormittag auf einem Milchviehbetrieb erleben. Auf der Website des Jeverschen Wochenblattes wartet unter www.jeversches-wochenblatt.de/portals/3/htv/video.html ein Überblick über den diesjährigen Brüllmarkt auf den Betrachter.

Findet wieder zur alten Stärke und Gemeinsamkeit zusammen!

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Bei der Übergabe der Erntekrone an den Landkreis Friesland lobte Landrat Sven Ambrosy die gute Kooperation und den ständigen Austausch zwischen den Behörden und den Vertretern des Landvolkes. Dadurch sei eine stetige Verbesserung der Behördenarbeit gewährleistet.

Sven Ambrosy stellte in seiner Begrüßungsrede fest, dass die Landwirte nicht mehr  "mit einer Zunge sprechen" würden. Dadurch sei es den Discountern möglich, die Erzeugerpreise immer mehr zu drücken. Er appellierte an die Landwirte, wieder zur alten Stärke und Gemeinsamkeit zusammenzufinden. Kreislandwirt Hartmut Seetzen gab einen Rückblick über die wechselhaften Witterungs-verläufe und die Erntequalität der ablaufenden Vegetationsperiode. Insgesamt beurteilte er die Ernte von Mais und Getreide als gut "wenn man den geringen Erlös nicht bedenkt". Die Auswirkungen des niedrigen Milchpreises auf die Betriebe habe bereits zu Betriebsaufgaben geführt, die aktuelle leichte Erhöhung des Auszahlungspreises sei so gering, dass sie fast nicht zu Buche schlage. Trotzdem seien nationale Alleingänge in der EU-Milchpolitik nicht förderlich.

In der folgenden Diskussion äußerten die Landwirte Bedenken gegenüber der eventuell zunehmenden Errichtung von Fotovoltaik-anlagen, die Ackerflächen der Bewirtschaftung entzögen. Landrat Sven Ambrosy betonte, dass der Landkreis solche Anlagen bevorzugt auf Dachflächen einrichten lassen werde. Auch neue Bauflächen würden vermehrt am Stadtrand entstehen statt landwirtschaftliche Flächen dafür in Anspruch zu nehmen. Seit mehreren Jahren wird bereits diskutiert, ob die neue B 210 für landwirtschaftliche Fahrzeuge freigegeben werden kann. Definitiv kam nun von der Landesbehörde für Straßen und Verkehr das Nein, weil das Unfallrisiko durch mögliche fahrlässige Überholmanöver in den einspurigen Abschnitten als zu hoch eingestuft wird. Armin Tuinmann von der unteren Naturschutzbehörde erläuterte die Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes, das ab dem 01.03.2010 in Kraft tritt und die Umwidmung landwirtschaftlich genutzter Flächen zu Ausgleichsflächen stark einschränke. Mit betroffenen Landwirten würde künftig eine angepasste Nutzungsform im Sinne einer Ausgleichsflächennutzung vereinbart und mittels Ersatzgeldzahlungen honoriert. Tuinmann bedankte sich auch für die gute Zusammen-arbeit mit den Landwirten in Friesland und der Wesermarsch hinsichtlich des Vogelschutzes. So konnten beispielsweise etliche Bruten der Wiesenweihe gesichert werden.

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Keine kurzfristigen Wege aus der Krise

Im Rahmen einer Gemeinschaftsveranstaltung des Kreisverbandes Wittmund und des Kreislandvolkverbandes Friesland stellten sich die Bundestagskandidaten des Wahlkreises 21 den Fragen der Landwirte. Gegen Ende der Veranstaltung erhitzten sich einige Gemüter angesichts der Perspektive, keine schnell wirksamen Lösungen seitens der Politik erwarten zu können.


Karin Evers-Meyer (SPD) eröffnete nach der Begrüßung durch Kreislandwirt Hartmut Seetzen die Reihe der politischen Statements zum Thema Marktpolitik mit dem Standpunkt, dass die Landwirte die Letzten in der Reihe seien, die von der Kettenreaktion der Dumpingpreispolitik getroffen würden. Da kein Allheilmittel in Sicht sei, sollten die Landwirte weitere betriebswirtschaftliche Standbeine entwickeln, um ihre Existenzen zu sichern. Die SPD fördere die nachhaltige Landwirtschaft mit einer klima- und umweltschonenden Wirtschaftsweise und setze sich für eine Verbesserung des Verbraucher-bewusstseins für regional und umweltschonend hergestellte Lebensmittel ein. Die Milchvermarktung sei schlecht organisiert, so dass sich Molkerein vom Lebensmittelhandel schnell unter Druck setzen lassen könnten. Werner Kammer ( CDU) stellte die Frage, welchen Preis die Allgemeinheit für den Erhalt der Kulturlandschaft zu zahlen bereit sei. Die Politik müsse dafür sorgen, dass den Landwirten eine angemessenen Entlohnung und Anerkennung ihrer Tätigkeiten gewährt bleibt und steuerliche Erleichterungen bei der Bildung von Rücklagen geschaffen werden. Neue Exportmärkte sollten erschlossen werden. Die CDU halte an einem Wegfall der Milchquote fest. Lübbo Meppen ( FDP) stellte klar heraus, dass das Geld, das den Landwirten jetzt fehle, von ihnen selbst am Markt erwirtschaftet werden müsse. Die Landwirte sollten sich an die eingebrochene Nachfrage nach Milchprodukten anpassen. Vorruhestand und Betriebsaufgaben müssten sozial abgefedert werden. Peter Sokolowski (Bündnis 90/Die Grünen) empfahl eine Verbesserung des Images der Milchprodukte, um die Verbraucher zu motivieren, höhere Preise zu bezahlen. Er schätzte die Quote der aufgebenden Betriebe auf ca. 30 % von derzeit 100.000 Höfen ein. Anja Kindo (Die Linke) stellte die Ziele ihrer Partei als die Förderung der gentechnikfreien Landwirtschaft, der Produktion nach-wachsender Rohstoffe und der Verminderung der Überschuss-produktion dar. Hans-Georg Seibert, leitender Verwaltungsdirektor der landwirtschaftlichen Sozialversicherung, schilderte zum Thema Sozialpolitik die möglichen Konsequenzen für die Landwirte, wenn es zur Einrichtung einer zentralen Bundesanstalt für landwirtschaft-liche Sozialversicherungen mit bundeseinheitlichen Beträgen käme. Beitragsanstiege würden mit schlechterem Service gekoppelt. Zudem würden im Zuge des Lastenausgleiches Gelder aus dem Norden in die südlichen Bundesländer fließen, deren Betriebseinkommen aber ohnehin schon höher lägen als die der norddeutschen Landwirte. Sokolowski betonte, dass das Solidarprinzip erhalten werden müsse, auch wenn es keine gerechte Lösung für alle darstelle. Werner Kammer ergänzte, dass die Zuschüsse des Bundes zu den Beiträgen der Versicherten im Konjunkturpaket 2 vorgesehen sind. Im Laufe der folgenden Diskussion zum Thema erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe erläuterten die Landwirte ihre Situation angesichts der abgestürzten Rapspreise durch die Verteuerung des Biodiesels und der damit einhergehenden Verminderung des Absatzes sowie der enorm gestiegenen Pachtpreise für Nutzflächen durch den vermehrten Anbau von Energiepflanzen. Landwirte, die vor einigen Jahren Investitionen in einen verbesserten Kuhkomfort getätigt hätten, stünden jetzt einerseits den gesunkenen Milchpreisen und andererseits der Verteuerung ihrer zugepachteten Acker- und Weideflächen gegenüber. Eine weitere Konkurrenzsituation entstehe auch durch die Umwidmung von land-wirtschaftlichen Nutzflächen in Ausgleichsflächen für industrielle Baumaß-nahmen, führte Herbert Heyen, Vorsitzender des Kreisverbandes Wittmund, aus. Etwa 100 ha würden täglich an Fläche durch Überbauung etc. zerstört, so Sokolowski. Zu diesem Thema äußerten sich alle Bundestags-kandidaten einhellig, dass der Flächenverbrauch vermindert werden müsse. Einhellig schien auch die entrüstete Reaktion der Landwirte am Schluss der Veranstaltung: „Wir hätten auch zuhause bleiben können!“ – denn wirkliche Lösungsmöglichkeiten für ihre dringenden und Existenz bedrohenden Probleme bekamen sie nicht.

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Kundgebung zum „Tag der Milch“

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Was alles an der Milch „dranhängt“ wurde anlässlich des Tages der Milch am 01.06.2009 auf dem Hof von Kreislandwirt Hartmut Seetzen in Varel-Neuenwege auch denjenigen Besuchern eindrücklich vermittelt, die nicht selbst in engem Bezug zur Landwirtschaft leben.

„Heute müssen wir Alarm geben“, betonte Landrat Sven Ambrosy, damit die untrennbare Einheit von Landwirtschaft als Erhalter der Kulturlandschaft und als wirtschaftlicher Motor der Region stabil bleibe. Die Region dürfe sich nicht auseinander dividieren lassen durch Unstimmigkeiten zwischen den Milcherzeugern, den Molkerein und dem Lebensmittelhandel. Die Mentalität der Discounter müsse sich ändern hin zum Motto „Leben und Leben lassen“. An die Mit-verantwortung der Verbraucher, mit ihrem Konsumverhalten den Absatz von Milchprodukten positiv zu beeinflussen, appellierten auch die beiden Vertreter der Junglandwirte Heino Lehmhus und Henrik Lübben. In diese Richtung zielen auch die zahlreichen Aktivitäten der Bäuerinnen und Landfrauen aus Friesland und der Wesermarsch, die beispielsweise mit handlungsorientierten Schulprojekten den Wert der Milchprodukte für eine gesunde Ernährung an die Kinder heran-tragen, erläuterte Anne Sager. Wirtschaftlich bedeutsam für die ländliche Region seien aber nicht nur die Milchviehbetriebe selbst, sondern auch die Partner aus den vor- und nachgelagerten Betrieben wie z.B. die Raiffeisen-Agrartechnik Nordwest mit 50 Mitarbeitern und die Fa. Hedemann (Stalleinrichtungen) mit 40 Arbeitsplätzen in Friesland, betonte Hermann Mammen als Vertreter des Handels. Malte Lübben schilderte aus Sicht der 450 Lohnunternehmer, die mit ihren 6000 Mitarbeitern z.B. landwirtschaftliche Arbeiten wie Säen und das Einbringen der Silageernte übernehmen, dass bereits deutlich ein Rückgang an Aufträgen durch die Landwirtezu spüren sei, da den Betrieben zur Zeit die nötige Liquidität fehle. Ebenso ergeht des den 4 Tierärzten, die im 24-Stunden-Dienst die tägliche gesundheitliche Betreuung der Viehbestände in der Region sicherstellen. Tierarzt Heiko Iben fürchtet, dass sich kaum Nachwuchskräfte unter den aktuellen Perspektiven finden werden. Peter Cornelius, Vorsitzender der Landesvereinigung der Milchwirtschaft und des Kreislandvolk-verbandes Wesermarsch, forderte die Politik auf, stabile Rahmen-bedingungen für den Milchmarkt zu bieten und nicht in den Markt einzugreifen. Die Milchquote habe nicht verhindern können, dass 70% der Milcherzeuger aufgegeben haben. Jetzt müssten die Landwirte eigene Initiativen ergreifen, um die Vermarktung der Milch positiv beeinflussen zu können. Astrid Grotelüschen, Kandidatin der CDU für die kommende Bundestagswahl, betonte, dass die deutschen Milchprodukte im Ausland stärker herausgestellt werden müssten. MdB Holger Ortl (SPD), sieht bereits innerhalb Deutschlands Unter-schiede in der Vermarktung von Milchprodukten. Der Norden dürfe seine Milch nicht hauptsächlich in Form von Milchpulver vermarkten und dem Süden die hochwertigen Produkte überlassen. Ralf Hinrichs, Geschäftsführer der Molkerei Ammerland, bat um Quotendisziplin. Der Absatz sei zur Zeit nicht zu steigern. „Lassen Sie uns nur Genuss produzieren, wir müssen die Verbraucher süchtig nach Milch-produkten machen“. Aber auch Hilfen zum Strukturwandel dürften kein Tabuthema sein, um Landwirten bei einer beruflichen Um-orientierung helfen zu können. Ingo Müller, Direktor Landwirtschaft bei der Nordmilch e.G., betreut die 7500 zuliefernden Milcherzeuger an den 8 Molkereien mit ihren insgesamt 2500 Mitarbeitern, die jährlich 4 Milliarden Liter Milch verarbeiten. Er forderte eine Verbesserung der Molkereistrukturen wie etwa auf das französische Niveau. Zur Zeit könne der Lebensmittelhandel mit 100 Molkerein in Deutschland verhandeln und diese so gegeneinander ausspielen. Die stillgelegten Forschungsinstitute wie z.B. Weihenstephan müssten neu aufgestellt werden, damit innovative Milchprodukte entwickelt werden könnten. Klasse statt Masse, denn Großerzeuger von Milch-pulver wie etwa Australien produzieren wesentlich günstiger für den Weltmarkt als Deutschland, hier liegt also eher die Zukunft bei der Erzeugung hochwertiger Milchprodukte für den Endverbraucher. Annegret Schild und Ellen Kromminga-Jabben als Vertreterinnen der Landfrauen in Friesland und der Wesermarsch schlossen den ersten Teil der Veranstaltung mit den Worten „Wir sind nicht zum Jammern hergekommen“. Sie forderten u.a. ein Reinheitsgebot für Milchprodukte und Schluss mit dem Motto „Geiz ist Geil“. Im Anschluss formierten sich die Besucher der Kundgebung auf einer Wiese zu dem Wort „Milch“ und zeigten dadurch: Wir stehen zusammen!

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Neues "Aktionsbündnis Milch"


Niedersachsen ist in Sachen Milch 220%iger Selbstversorger, das heißt, auf den Export von Milchprodukten angewiesen. Böden und Klimaverhältnisse bieten optimale Bedingungen für die Weidewirtschaft und Milchviehhaltung und lassen in den Marschgebieten oft gar keine Alternativen zu. Doch die hier lebenden Landwirte stehen mit ihren Betrieben inzwischen mit dem Rücken an der Wand. Wie können sie die Markt-situation selbst verbessern?

Landwirte aus Friesland und der Wesermarsch, Landfrauen, Mitglieder des Arbeitskreises junger Landwirte, Vertreter der Landesvereinigung der Milchwirtschaft, der Molkereien und der Landwirtschaftskammer fanden sich am 06.05.2009 zusammen, um gemeinsam Ideen und Perspektiven für eine Verbesserung der Situation der Milchbauern zu entwickeln.
Manfred Mauren, Medientrainer und Filmproduzent von der Andreas-Hermes-Akademie in Bonn, moderierte die Veranstaltung. In einer vorangehenden Situationsanalyse stellte sich heraus, dass die Trinkmilch einen hohen emotionalen Stellenwert besitzt und sich gut mit regionalen Merkmalen wie z.B. Landschaftstypen oder mit besonderen Erzeugungsbedingungen bewerben lässt. Supermarktketten wie „Combi“ haben das bereits seit längerem erkannt und bieten beispielsweise Trinkmilch der Marken „Naturwert“ und „Küstengold“ an. Die Trinkmilch hat allerdings nur einen geringen Marktanteil von ca. 10-12% aller Milchprodukte. Mit ihrem Imagewert lässt sich aber allgemein die ernährungs-physiologische Bedeutung von Milchprodukten an den Verbraucher herantragen. Die Veranstaltungsteilnehmer berichteten aus eigener Erfahrung in Kindergärten und Schulen, dass Trinkmilch bei Kindern eine schrumpfende Rolle spiele und der Konsum von Säften stetig zugenommen habe, möglicherweise als Folge einer intensiven Bewerbung in den Medien.
Selbstkritisch wurde auch die Situation innerhalb der Landwirtschaft angesprochen. Der Konkurrenzkampf unter den Landwirten sei größer geworden : „Heb´dich von deinem Nachbarn ab, sei größer, schneller, besser“ . Der aktuelle wirtschaftliche Druck ist zur Zeit das brennendste Thema in den einzelnen Betrieben, und die Reaktionen darauf streuen sich von Resignation bis zur Motivation, geschlossen das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Auch in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen ist die Krise bereits angekommen. So sind z.B. Arbeitsplätze in den Untersuchungslaboren der Technischen Hochschule Hannover, des Milchlabores Wunstorf und der Universität Leipzig bedroht, da dort bereits weniger Blut-, Milch- bzw. Kotproben von Tieren zur Untersuchung eingeliefert werden.
In verschiedenen Arbeitsgruppen entwickelten die Teilnehmer ein Leitbild für das künftige „Aktionsbündnis Milch“ und zahlreiche Möglichkeiten, auf die Marktsituation, die öffentliche Meinung und die Politik Einfluss zu nehmen.
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Wir wollen Landwirte bleiben!
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MdB Hans-Werner Kammer informierte sich am 28.04.09 über die aktuelle wirtschaftliche Situation der Milcherzeuger. Der Kreislandvolkverband Friesland hatte dazu neben einem Gesprächstermin auch die Besichtigung des Betriebes von Jann und Bianca Janssen vorbereitet, die ihren und weitere zwei Höfe zusammen mit Bernd Janssen als GbR bewirt-schaften.


Die Landwirte aus dem Vorstand des Kreislandvolkverbandes sehen zur Zeit verschiedenen Tatsachen mit sorgenvollem Blick ins Auge. Da ist zum einen der gesunkene Milchpreis zu nennen, der gerade noch die (bescheidene) Existenz der Familien und die Versorgung der Kühe mit Gras und der Silage aus dem Vorjahr erlaubt. Schon der Zukauf von Kraftfutter wird zu einem Kraftakt, und die Finanzierung der bevorstehenden Grassilageernte überfordert die Eigenmittel der Betriebe erst recht. Schließlich nimmt ein zur Silageernte ange-fordertes Lohnunternehmen mit der entsprechenden technischen Ausrüstung pro Minute 9-11 Euro. Viele Landwirte kämpfen auch mit einem enormen Anstieg der Pachtpreise für ihre Nutzflächen, besonders wenn diese in der Umgebung von Biogasanlagen liegen. Die staatliche Förderung der Biogasanlagen hat zu einem vermehrten Anbau von Energiemais geführt,weil er sich lukrativ verkaufen lässt. Daher steigt der „Landhunger“ der Energiemais produzierenden Betriebe an, die es sich zudem leisten können, höhere Pachtpreise als die Milchbauern zu zahlen. Zu dieser nationalen Wettbewerbs-verzerrung kommen noch die ungleichen Produktionsbedingungen innerhalb Europas hinzu. So braucht beispielsweise ein französischer Landwirt nur 0,6 Cent Steuern pro Liter Dieseltreibstoff zu zahlen, ein Deutscher dagegen 40 Cent. Die Landwirte können ihre wirt-schaftlichen Nöte auch nicht mit Ersparnissen von der „hohen Kante“ aus dem vergleichsweise guten Wirtschaftsjahr 2008 ausgleichen, da das Finanzamt mit einer Besteuerung bis zu 50% jegliche finanzielle Rücklagen empfindlich schmälert. Als Sofortmaßnahmen fordern die Landwirte daher schnelle steuerliche Entlastungen der Landwirt-schaft. Vor dem Hintergrund des Wegfalls der CMA (Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft) und der schleichenden Zunahme an Substituten wie z.B. Analog-Käse sollte die Bundespolitik eine gezielte, unterstützende Absatzförderung von Milchprodukten durchführen. Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen EU-Staaten z.B. im Umwelt- und Baurecht müssen verhindert werden. Milcherzeuger, die langfristige Investitionen in ihre Betriebsstätten getätigt haben, werden nach dem Auslaufen der Milchquote 2015 in die Unwägbarkeiten eines so genannten freien Marktes entlassen. Energie erzeugende Landwirte erhalten dagegen bei der Erzeugung von Biogas 20 Jahre lang einen staatlichen Garantiepreis, weil sich die Bundespolitik ehrgeizige Ziele in der CO2-Reduktion gesetzt hat. Die Landwirtschaft mit ihren vor- und nachgelagerten Arbeitsplätzen z.B. im Handwerk und in der Lebens-mittelbranche ist Motor des ländlichen Raumes, betonte Jann Janssen. Auch die Banken erleben die Höfe in der Regel als verlässliche Kreditnehmer. Sie sollten nun die sinkenden Zinsen auf dem Kreditmarkt auch an die Landwirte weitergeben. Wenn jetzt sogar im „Milchland Niedersachsen“ mit seinen im Verhältnis zu anderen Bundesländern günstigen Konditionen für die Milch-erzeugung Höfe aufgeben müssten, folgten keine mehr nach. Was dann wohl aus unserer auch touristisch genutzten Kulturlandschaft wird? Jann und Bernd Janssen wollen den Kopf nicht in den Sand stecken – sondern Landwirte bleiben, mit einem ausreichenden Einkommen für ihre Familien. Denn allein vom Idealismus kann niemand leben.

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Jahreshauptversammlung vom 26.02.09 
 
Prof. Dr. Bernhard Brümmer von der Georg-August-Universität Göttingen erläuterte mit seinem Vortrag „Globale Vernetzung von Agrarmärkten“ die vielfältigen Mechanismen, die die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte beeinflussen. Die Landwirtschaft ist Teil der weltweiten Entwicklung. Mehrere globale Faktoren führten zu teilweise starken Preisschwankungen für die heimischen Erzeuger, die von der Agrarpolitik noch verstärkt werden.

Auf einer Weltkarte veranschaulichte Prof. Dr. Brümmer, welche Wege z. B. Getreide und Milchprodukte in der weltweiten Vermarktung zurücklegen, um vom Erzeuger zum Käufer zu gelangen. Beispielweise dienen Sojabohnen aus Südamerika zur Eiweißanreicherung von in Europa verwendeten Futtermitteln, Getreide und Mais kommen aus den USA zu uns, und Neuseeland/

Australien sind die größten Weltmarktbeschicker in Sachen Milch. Für die deutschen Milch erzeugenden Landwirte gibt es mehrere Faktoren, die sich betriebswirtschaftlich auswirken. Durch steigende Preise für Futtermittel und Rohöl erhöhen sich ihre Produktions-kosten. Die Abnehmer der Milch, die Molkereien, haben aber langfristige Handelsverträge mit dem Lebensmittelhandel. Darin sind ihre Verkaufspreise für Milchprodukte festgeschrieben, die Molkerei kann also die erhöhten Produktionskosten ihrer anliefernden Land-wirte nicht oder nur verzögert „nach oben“ weitergeben. Die inländischen Verbraucherpreise steigen kaum an. Die Situation auf dem Weltmarkt ließ den Preis für Milch im Januar 2008 auf 38 Cent/Liter klettern, weil die Lagervorräte an Milchprodukten in Europa leer geräumt worden waren und die anhaltende Dürre das Angebot aus Neuseeland und Australien verminderte. Es folgte in den kommenden Monaten ein Abfall des Milchpreises auf 23 Cent im Dezember 2008, weil der Verbrauch an Milchprodukten wie Milch-pulver, Butter und Käse rückläufig war und die französischen Bauern mehr Milch auf den Markt brachten. Für die deutschen Milchvieh-betriebe bedeuten solche Rahmenbedingungen mit stark schwankenden Erzeugererlösen oft eine große Herausforderung, die nicht immer gemeistert werden kann. Die Agrarpolitik reagiert nur mit Verzögerung auf veränderte Marktsituationen, und in einem Europa der „27“ ist es wesentlich schwieriger geworden, nationale Entscheidungen zur Verbesserung der Situation der Landwirte durchzusetzen. Das Preisniveau des Rohöls wirkt sich auf die Energie erzeugenden landwirtschaftlichen Betriebe aus. Sinken die Rohöl-preise, werden Biogasanlagen wirtschaftlicher, weil die Kosten für den Anbau der Energiepflanzen und deren Transport zur Biogas-anlage sinken. Steigen die Rohölpreise, verteuern sich die Rohstoffe und die Rendite der Anlagen schmälert sich entsprechend, weil der Kostendruck nicht weitergegeben werden kann. Die Preise für die Abnahme der Energie sind vertraglich langfristig festgeschrieben. Agrarprodukte können auch in Konkurrenz zueinander stehen: Werden Energiepflanzen angebaut, stehen weniger Flächen für den Anbau von Futtermitteln zur Verfügung. Die müssen Landwirte dann zukaufen, was je nach (weltmarktabhängiger) Preislage zur Verteuerung der betrieblichen Produktionskosten führen kann. Für die Landwirte in Friesland brachte das Jahr 2008 daher nicht nur ein Wechselbad an Witterungslagen, sondern hauptsächlich stark fallende Preise für die meisten von ihnen erzeugten Produkte. So hatte sich der Getreidepreis im November 08 im Verhältnis zum März 08 halbiert. Zwar stieg die Nachfrage in China nach Getreide an, doch große amerikanische Lager wurden gleichzeitig geleert und viel Getreide kam auf den Weltmarkt. Der Transport von Kohle und Getreide nach China ließ aber die vorhandenen Kapazitäten an Frachtschiffen an ihre Grenzen stoßen– Transporte wurden teuer. Transportkosten sind allerdings preisbestimmend für Futtermittel aus dem Ausland. In Brasilien wurden z.B. große Savannengebiete zur Ausweitung des Sojaanbaues zur Lebensmittel- und Futterproduktion umgebrochen und damit das Angebot gesteigert. Diese Flächen liegen aber in weiter Entfernung von der Küste – damit steigen die Transportkosten. So kam es, dass die hiesigen Schweinemäster unter hohen Futtermittelpreisen litten. Auch die Ferkelerzeuger gerieten teilweise in Existenznot. Allein der Rindfleischmarkt zeigte sich stabil. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Produktionskosten erlitten viele landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftliche Einbußen. Daher fordert der Berufstand der Landwirte u.a. von der Bundes-politik steuerliche Erleichterungen und stärkeren Bürokratieabbau. Nach wie vor kommen Ausgleichszahlungen, die agrarpolitisch für die Landwirtschaft vorgesehen sind, bei den Bauern nicht in aus-reichendem Maße an. Um mit Preisschwankungen künftig besser fertig zu werden empfahl Prof. Dr. Brümmer den Landwirten, sich im Bereich des Risikomanagementes zu schulen und Beratungs-leistungen einzukaufen. Und im Zuge der Finanzkrise und einer damit verbundenen Inflationsgefahr sollte besser jetzt investiert werden anstatt Geld auf die hohe Kante zu legen.

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Guter Geschmackssinn wurde belohnt

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Auf dem  Brüllmarkt in Jever am 12.10.2008 bot Stefan Eden vom Restaurant „Zitronengras“ in Zusammenarbeit mit dem Kreislandvolkverband Friesland dem Publikum einen einfachen, aber wirkungsvollen Test des Geschmackssinnes an: Eine nach allen Regeln der bürgerlichen Küche zubereitete Kartoffelsuppe wurde in Probierportionen - mit verschiedenen Kräutern gewürzt- zur Verkostung ausgegeben.

Über zweihundert Personen kosteten und kreuzten das vermeintlich erschmeckte Kraut auf einem Teilnahmebogen an. Aus den richtig ausgefüllten Bögen – Rosmarin und Thymian hatten sich in der Suppe versteckt- wurden die Gewinner des Erlebnistages auf dem Vorzugsmilchbetrieb Meinen in Grabstede gezogen. Sie trafen sich am 12. November kurz vor 8 Uhr auf dem Hof und konnten unter Anleitung Kühe melken lernen, Kälber füttern und einstreuen, den Hof erkunden und die betriebseigene kleine Molkerei besichtigen. Das anschließende Frühstück wurde selbst hergestellt: Brötchen backen, Butter schütteln, Bananenmilchmix, Käseaufstrich, Haselnussmus und Kürbismarmelade zubereiten - das machte so richtig Appetit ! Innerhalb des von der EU geförderten Projektes „Transparenz schaffen – von der Ladentheke zum Erzeuger“ bietet der Hof Meinen solche Vormittage auch für Schulklassen, für Erwachsenengruppen und als Bestandteil von Fortbildungen für Referendare und Lehrkräfte an (Kontakt: Milchhof Meinen, 04452/518).

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"Brüllmarkt" in Jever am 12.10.2008

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Gut vorbereitet hatten sich die Teilnehmer der beiden Gesprächsrunden, die auf dem Bühnenwagen zu Wort kommen sollten, um die Besucher über die Lebens-mittelerzeugung, die sozusagen direkt vor ihrer Haustür stattfindet, zu informieren.

 „Gemeinsam sorgen wir für den guten Geschmack !“ lautete das Thema der ersten Runde. Gastronome, Landwirte, Bäcker, Fleischer, Milchverarbeiter, Direktvermarkter von Produkten des Bauernhofes usw.,- also alle diejenigen, die sich der Erzeugung und Verarbeitung hochwertiger Lebensmittel verschrieben haben, sind allerdings auch abhängig davon, ob ihre Kundschaft diese Anstrengungen wert-schätzt. Und das hängt unmittelbar mit zwei Faktoren zusammen:

1. Wissen die Kunden über den Prozess der qualitätsfördernden Lebensmittelherstellung Bescheid?

2. Sind die Kunden in der Lage, den Unterschied herauszuschmecken?

 Hier setzt der Kreislandvolkverband mit dem seit 13 Jahren durchgeführten Projekt „Der Bauernhof als außerschulischer Lernort“ an, in dem Schüler aller Jahrgangsstufen praktische Erkundungen in Lebensmittel erzeugenden Betrieben durchführen können. Seit Februar dieses Jahres unterstützen auch zwei hauswirtschaftlich und pädagogisch ausgebildete Landfrauen dieses Angebot innerhalb des mit EU-Mitteln geförderten Projektes „Transparenz schaffen – von der Ladentheke zum Erzeuger". Ute Hecht, Ernährungsberaterin bei der LWK, betonte die Notwendigkeit, Kindern die Zubereitung von Lebensmitteln aus frischen Produkten wieder zu vermitteln. Fertigprodukte reduzierten und prägten die Geschmackswahrnehmung von Kindern auf „salzig, fettig, süß“. Frau Cordes-Remmers, BBS Jever, unterrichtet Haus-wirtschaftsschülerinnen und bestätigte den Verfall der Geschmacks-wahrnehmung „in der dritten Generation der Fertigprodukt-konsumenten“. Stefan Eden, der das Restaurant „Zitronengras“ betreibt, hat seine Küche auf zwei Zielgruppen ausgerichtet: die (kleinere) Gruppe der Feinschmecker und diejenigen, die eher den Fleischberg auf dem Teller bevorzugen. Landwirt Hinrich Schild beschrieb ähnliche Erfahrungen in seinem Hofcafé und –restaurant, in dem er hofeigene Produkte vermarktet. In der zweiten Gesprächsrunde ging es um das Spannungsfeld „Landwirtschaft – Freizeitgesellschaft“. Landwirt Jan Borchers aus Sande schilderte Konfliktsituationen mit Anliegern, Joggern, Radfahrern, die er z.B. beim Güllefahren, beim Kühetreiben etc. häufig erlebt. Bürgermeister Wesselmann aus Sande kennt die Beschwerden der Anwohner. Einerseits könnten Verbotsschilder (z.B. Parkverbote) installiert werden, um die Passierbarkeit von Wegen zu erhalten, andererseits seien aber auch Methoden im Tourismus- und Freizeitangebot der Gemeinde denkbar, die einen Kontakt zwischen Bevölkerung und Landwirt ermöglichten, wie z.B. geführte Rad-touren, die den Besuch eines Hofes zum Ziel haben. Bei solchen Betriebserkundungen könnten Landwirte selbst für mehr Verständnis werben, in dem sie ihren Arbeitsalltag mit seinen Notwendigkeiten verdeutlichen. Ingo Bischoff vom Maschinenring Wesermarsch bezifferte die Kosten pro Minute für eine dreigliedrige Mais-Erntekolonne mit 9.50-11.50 €. Da wird jede Verzögerung für den Landwirt teuer. Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wie Blumenkübel und Verkehrsinseln, aber auch zu kleine Kreisel machten es für landwirtschaftliche Maschinen teilweise unmöglich zu passieren, obwohl diese in ihrer Breite und Länge der Straßenverkehrsordnung entsprächen. Wenn landwirtschaftliche Fahrzeuge Umwege fahren müssen, Lohnunternehmer daher dem Landwirt mehr Kosten in Rechnung stellen – wer kommt dafür auf? Hier sollte der Dialog der zuständigen Behörden mit der Landwirtschaft verbessert werden.

Friesische Milcherzeuger liefern erstklassige Milchqualität – mit steter Ungewissheit über den Erlös

Eigentlich ist es kaum zu verstehen, warum ein Lebensmittel, das höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird, nicht gleichzeitig auch einen angemessenen Preis erzielen kann: Innerhalb Niedersachsens wurden 99,5 % der gesamten angelieferten Milchmenge von 4,77 Tonnen in die höchste Güteklasse 1 eingestuft.

Die 19 Milch verarbeitenden Molkereien produzieren daraus ebenso erstklassige Milchprodukte, die nicht nur in Niedersachsen und Deutschland, sondern auch auf Exportmärkten abgesetzt werden. Die zehn besten Milcherzeuger Niedersachsens werden demnächst wieder unter 25 Kandidaten ermittelt und prämiert. Dieser Wettbewerb ist in seiner Art bundesweit einzigartig und wird von der Landes-vereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen als Aushängeschild für die gesamte niedersächsische Milch- und Molkereiwirtschaft bewertet. Peter Cornelius, Vorsitzender der LVN , lobt aus der Erfahrung der vergangenen 7 Jahre: „ Unsere Milchbauern brillieren mit Rohmilch in erstklassiger Qualität, sie stellen jeden Tag erneut unter Beweis, dass sie ihr Handwerkszeug bestens beherrschen…..“ Doch an die Bestrebungen der Milch-erzeuger, ihre Betriebe leistungsoptimiert, tierfreundlich und umweltgerecht zu führen, ist nicht automatisch der entsprechende finanzielle Ertrag gekoppelt. Die Unzufriedenheit der Milchbauern drückte sich auch in Friesland im Juni in einem Milchlieferstopp aus, um höhere Preise für die angelieferte Milch durchzusetzen. In der Tat wissen die Milch-erzeuger, bevor die Milch ihre Höfe verlässt, nicht genau, wie viel Geld sie letztendlich für den Liter bekommen werden, weil der von den Molkereien für die Milchprodukte erzielbare Erlös von Tagespreisen bzw. Vertragsbindungen mit dem Lebensmittelhandel abhängt und Schwankungen unterliegt. Marktbeherrschende Handelsunternehmen können die Molkereien unter Druck setzen, die dann den geringeren Erlös für die produzierten Milchprodukte an die Landwirte weitergeben – mit einem entsprechend geringeren Auszahlungspreis. Über die Folgen „freuen“ sich nur die Konsumenten: Seit Jahrzehnten sind nach Angaben des statistischen Bundesamtes die Milchprodukte für den deutschen Verbraucher deutlich preiswerter als für die Nachbarn im europäischen Ausland, und auch im innerdeutschen Langzeit-vergleich kostete die Butter 1995 mehr als heute. Würden die Molkereien höhere Erzeugerpreise auszahlen, könnte es allerdings auch zu folgender Situation kommen: Es gibt in Europa keine Grenzen mehr, Milch und Milchprodukte können also immer dorthin gebracht werden, wo zurzeit der höchste Preis erzielt werden kann und sich die Transportkosten in wirtschaftlich vertretbaren Grenzen halten. Vor diesem Hintergrund fließt die deutsche Milch zwar nicht nach Finnland, wo die Molkerei Hämeenlinnan ihren Lieferanten 37, 61 Cent pro Liter bezahlt. Ein Anstieg der Milchimporte wäre aber zu erwarten, wenn sich das deutsche Niveau des Auszahlungspreises über dem der direkten Nachbarn befände. Ausländische Milch-erzeuger würden mit den deutschen direkt konkurrieren, und ein dann ansteigendes Angebot an Milch ließe die Preise für die Bauern erneut absacken. Eine aktuelle Verringerung der deutschen Milchproduktion – sei es durch Verminderung der Milcherzeugung auf den Höfen oder Protestaktionen mit Milchvernichtung- wäre vermutlich ebenso ein Eigentor zu Lasten auch der friesischen Milchbauern. So werden sie wohl mit schwankenden Preisen auf einem zukünftig freien Markt rechnen müssen, und jeder einzelne Betrieb auch in Friesland muss sich mit einer eigenen Strategie durchsetzen, sei es eine kapitalintensive Vergrößerung des Kuhbestandes oder ein verbessertes Management der bestehenden Kapazitäten.

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Tag des offenen Hofes 2008

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Zwei Betriebe im Landkreis Friesland bzw. in Wilhelmshaven öffneten in diesem Jahr ihre Türen, um vor allem Familien mit Kindern die regionale Landwirtschaft näher zu bringen. Auf dem Hof von Familie Neunaber in Schortens-Sillenstede, Mühlenreihe 5, konnte man Einblicke in einen Milchvieh-betrieb bekommen, während auf dem Biobetrieb von Familie Brören in Wilhelmshaven, Sengwarder Altendeich 8, die Mutterkuhherde und die Fleischvermarktung im Vordergrund standen.

Seit 10 Jahren bieten landwirtschaftliche Betriebe in Niedersachsen den Tag des offenen Hofes an. Besucherzahlen zwischen 3000 und 7000 Gästen pro Veranstaltung zeigen, wie gut diese Idee bisher angenommen wurde.

Die Vorbereitungen auf den beiden Betrieben wurden auf den Schultern von 100-150 Ausstellern und Helfern verteilt, darunter die Landvolkmitglieder, Landjugend, Landfrauen, der Verein "Frauen ohne Grenzen", Jungzüchter, die Jägerschaft, Berufsschüler und viele mehr. Sie boten ein reichhaltiges Programm für die Besucher.

Der Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes, Manfred Ostendorf, betonte, dass der Tag des offenen Hofes eine gute Möglichkeit sei, den Besuchern Informationen über die Milcherzeugung und die aktuelle Milchpolitik mitzugeben. Denn da sei immer noch viel Aufklärungsbedarf nötig. So wurde er vor kurzem mit der Bemerkung eines Mitbürgers konfrontiert, der meinte, die Landwirte hätten es doch während des Milchboykotts gut gehabt - sie hätten da ja nicht melken müssen....

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„Der Landwirt muß auch mal fegen“

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"Landwirtschaft zum Anfassen“ heißt das vom Kreisland-volkverband Friesland angebotene Unterrichtsprojekt (siehe auch Schule<>Bauernhof), das in 2008 seit 10 Jahren fest im Stoffplan der Hauptschule Jever verankert ist. Alle Achtklässler lernen, wie und wo ihre Lebensmittel produziert werden – aber nicht etwa im Klassenraum, sondern auf landwirtschaftlichen Betrieben der Region.

Björn Swoboda und Sebastian Kossel schildern am zweiten Tag ihres einwöchigen Praktikums ihre bisherigen Erfahrungen, die sie auf dem Hof von Jörg Even in Schortens gesammelt haben. „Der Landwirt hat nie richtig frei oder Urlaub“, und: „ Er muß auch mal fegen“. Die zweckmäßige Handhabung des Besens gehörte denn auch zu den ersten Tätigkeiten, die die beiden Schüler auf dem Hofgelände erlernten. Die Kühe auf die Weide zu treiben erforderte schon etwas mehr Mut. Das Treckerfahren befanden die beiden als „eigentlich ganz einfach“. Überhaupt haben sich die beiden gut auf dem Betrieb eingelebt und durchschauen bereits viele Vorgänge und Zusammenhänge dieser ungewohnten Umgebung. Landwirt Jörg Even äußerte sich gegenüber Radio Jade zufrieden über ihr Arbeits-verhalten. Er gehört zu den Betriebsleitern, die seit 10 Jahren die Hauptschüler für eine Woche auf ihren Höfen die echte Landluft schnuppern lassen und ist nach wie vor vom Sinn dieses Unterricht-projektes überzeugt.

Junge Menschen sollen zu mündigen, qualitätsbewußten Verbrauchern heranwachsen – dazu gehört auch das Wissen, auf welche Weise in der Heimatregion Lebensmittel produziert werden. Nirgendwo sonst können junge Menschen einen so intensiven Einblick in den Berufsalltag des Landwirtes mit seinen vielfältigen Arbeitsbereichen erlangen. Die Absicht des Projektes ist dabei nicht, möglichst viele Schüler zu einer landwirtschaftlichen Ausbildung zu bewegen, sondern einen ersten Kontakt zur Berufswelt zu bekommen und auch eigene Fähigkeiten und Grenzen kennen zu lernen. Für viele SchülerInnen ist es auch ein besonderes Erlebnis, einmal ganz andere als die eigenen Familienstrukturen kennen zu lernen. Sie leben eine Woche lang in Familien mit meist mehreren Generationen, deren Angehörige in der Regel fest mit dem Betrieb verbunden sind und verschiedene Aufgaben in der Bewirtschaftung übernommen haben. Ein Hof und die darauf lebenden Menschen erwecken den Eindruck eines „Organismus“, dessen Wohlergehen vom optimalen Zusammenwirken der einzelnen Mitglieder abhängig ist. Für die SchülerInnen wird darüber hinaus der Sinn und die Auswirkung der Tätigkeiten, die von den Hofbewohnern und Mitarbeitern ausgeübt werden, unmittelbar ersichtlich. Sie erkennen, dass die Ausführung jedweder Arbeit auch die persönliche Verant-wortung für das Ergebnis beinhaltet. Ursache und Wirkung werden wieder nachvollziehbar. Für Natascha Michael, die ihr Praktikum zusammen mit Sören Reents auf dem Hof von Jann Janssen in Cleverns absolviert, ist denn auch der unmittelbare Zusammenhang zwischen ihren Rückenschmerzen und der verursachenden Tätigkeit ersichtlich geworden. Sie hatte am Vortag Zaunpfähle gesetzt. Natascha hat noch Schwierigkeiten mit den fremden Gerüchen auf dem Hof. Ihre Berufsvorstellung ist der KFZ-Mechaniker. Vielleicht reizt sie ja auch die Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker? Dann müsse sie ja wieder auf Bauern-höfe, vermutet sie, und da stinkt´s. Aber Jann Janssen kann sie beruhigen: Zur Reparatur werden die Maschinen meist zur Werkstatt gebracht. Sören Reents weiß jetzt, das Kälber zwar im Oberkiefer keine Schneidezähne haben, aber sehr wohl kräftige Backenzähne besitzen. Das Kälbchen, das zunächst an seinem Finger nuckelte, hat es ihm beigebracht.

 

(Ein Teil der Radiosendung ist unter http://www.radiojade.de/index.php?a=0200&bid=518 zu hören).

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Jahreshauptversammlung 2008

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Die Jahreshauptversammlung des Kreislandvolkverbandes Friesland am 05.03.2008 eröffnete der 1. Vorsitzende, Kreislandwirt Hartmut Seetzen, mit der Frage: „Auf dem Messeschnellweg in Hannover dürfen Trecker fahren. Warum nicht auch auf der Umgehungsstraße von Jever und auf der B210-Verlängerung in Richtung Roffhausen?"

Landwirte müssten hier große Umwege in Kauf nehmen, weil die Zugmaschinen nicht erlaubt sind. Landrat Sven Ambrosy versprach, sich für eine baldige Änderung der Situation einzusetzen. In seinem Grußwort hob er das gute Gelingen der Protestaktionen gegen Lebensmitteldumping im vergangenen Jahr hervor und lobte die Kooperation mit dem Landvolk auch hinsichtlich des Zusammen-schlusses der Veterinärämter zum „Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser“. Er würde die Entstehung eines grünen Kompetenz-zentrums in Friesland begrüßen. Hartmut Seetzen gab einen kurzen Rückblick über die Ernte- und Marktsituation von 2007. Die Getreide-ernte sei in nur mittelmäßiger Menge ausgefallen und wegen des nassen Wetters teilweise schwierig verlaufen. Die verstärkte Nach-frage habe die Preise in die Höhe schnellen lassen. Die Milchlager seien EU-weit geschrumpft, auch hier seien die Preise gestiegen. Die gezielte Öffentlichkeitsarbeit unter dem Motto „Lebensmittel sind mehr wert“ habe beim Verbraucher zu einer Akzeptanz der erhöhten Preise geführt, weil deutlich gemacht werden konnte, dass jetzt bei den Erzeugern eine kostendeckende Produktion möglich sei. Kleine Baumaßnahmen würden durch die Anpassung des Bundes-immissionsschutzgesetztes an das EU-Niveau für die landwirt-schaftlichen Betriebe erleichtert. Als eine Form der Enteignung bezeichnete Seetzen die neue Rechtslage, die den Umweltverbänden ein Vorkaufsrecht für landwirtschaftliche Flächen zugestehe. Die Erhöhung des Abstandes zu Gräben bei der Düngerausbringung von 1m auf 10m ließe eine spürbare Verminderung des Ertrages erwarten. Geschäftsführer Manfred Ostendorf wies nach dem Tätigkeitsbericht auf den diesjährigen Tag des offenen Hofes hin, der am 22.06.2008 auf den Betrieben der Familie Broeren, Wilhelmshaven, sowie Familie Neunaber, Sillenstede, stattfinden wird.

Jörn Dwehus, Hauptgeschäftsführer des Landvolkes Niedersachsen, erläuterte die aktuelle Entwicklung aus der Agrar- und Verbands-politik. Er hob hervor, dass die Wertschätzung der Verbraucher für Lebensmittel gestiegen sei, auch weil sich die Wahrnehmung verbreite, dass „alles knapper“ würde. Die Erhöhung des Milchpreises komme beim Landwirt aber nur mit 2 Cent pro Liter an, weil die Vorkosten (Futermittel, Energie) ebenfalls gestiegen seien. Lebensmittel- und Biomasseproduktion dürften in Zukunft nicht konkurrieren. Dies könne erreicht werden, indem Biogasanlagen nur Restprodukte aus der Lebensmittel- bzw. Futtermittelproduktion verarbeiten. Die allgemeine Rohstoffverknappung werde der Land-wirtschaft einen Aufschwung bescheren, so dass sich der Einstieg in diesen Erwerbszweig wieder lohne. Niedersachsen werde in seinen Grünlandregionen die bundesweite Milchproduktion auf sich ziehen und damit ebenso die entsprechenden Verarbeitungsstrukturen und Kompetenzen bündeln. Der Ehrenvorsitzende Hajo Tjarks leitete anschließend die Vorstandswahl.

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Von links nach rechts: Jörg Even, Udo Becker (erster Stellvertreter), Carsten Dirks, Jann Janssen, Geschäftsführer Manfred Ostendorf, Erhardt Bauer (zweiter Stellvertreter), Paul Schoorlemmer, Hartmut Seetzen (Vorsitzender) und Bernd Harms leiten nun die Geschicke des Verbandes. Anton Mennen wurde, ebenfalls einstimmig, zum Rechnungsprüfer ernannt.

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Vielfältig und anspruchsvoll: der neue Beruf „Fachkraft Agrarservice“ 
Der noch junge Beruf „Fachkraft Agrarservice“ ist ein spezieller Dienstleistungsberuf der Landwirtschaft mit vielfältigen Tätigkeitsbereichen. Spaß am Umgang mit landwirtschaftlicher Großtechnik, Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Kunden und die Bereitschaft, in Spitzenzeiten Überstunden zu machen, sind gefragt .

Wenn sich landwirtschaftliche Betriebe vergrößern, ist die anfallende Arbeit von der Familie allein meist nicht mehr zu bewältigen. Hier sind so genannte Lohnunternehmen gefragt, die mit ihren Maschinen und dem entsprechend ausgebildeten Personal z.B. Erntearbeiten wie Dreschen des Getreides, Einbringen der Gras- und Maissilage, Pflügen, Düngen, Säen, Pflanzenschutzmaßnahmen und natürlich auch die Wartung der Maschinen übernehmen. Die genannten Tätigkeiten werden erweitert durch Maßnahmen im Bereich der Landschaftspflege und kommunale Dienstleistungen. Die Lohnunter-nehmen setzten inzwischen verstärkt auf gut ausgebildete Mit-arbeiter mit dem Berufsabschluss „Fachkraft Agrarservice“. Die Voraussetzungen, um diesen Beruf zu ergreifen, sind ein erfolg-reicher Hauptschulabschluss oder höhere schulische Qualifikationen, letzteres vor allem wenn berufliche Aufstiegsfortbildungen bzw. ein anschließendes Studium in der Landwirtschaft geplant sind. Die Auszubildenden sollten Interesse an der Bedienung landwirt-schaftlicher Maschinen, handwerklich-technisches Geschick und kaufmännisches Verständnis mitbringen. Natürlich sind auch persönliche Eigenschaften wie Ausdauer, körperliche Leistungs-fähigkeit, freundliches Auftreten, Zuverlässigkeit, Zielstrebigkeit und gutes Auffassungsvermögen gefragt. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und findet in von der Landwirtschaftskammer anerkannten Aus-bildungsbetrieben statt. Zur Zeit wird der Berufsschulunterricht in Blockform an der DEULA (Deutsche Lehranstalt für Agrartechnik) in Nienburg erteilt. Hier werden zum Beispiel Kenntnisse über Gesund-heitsschutz und Sicherheit bei der Arbeit, Natur- und Umweltschutz, arbeitsvorbereitende Maßnahmen, Kommunikation usw. vermittelt. An ergänzenden Lehrgängen und Übungen kann freiwillig teilge-nommen werden. Sollte der Führerschein (Klasse L bzw. T) bei Ausbildungsbeginn noch nicht vorhanden sein, kann er im Rahmen der Ausbildung erworben werden. Nach der Ausbildung bieten sich Tätigkeiten in Lohnunternehmen und in landwirtschaftlichen Betrieben, die vorwiegend Ackerbau betreiben, an. Fortbildungs-möglichkeiten bestehen aktuell z.B. zum Landwirtschaftsmeister, zum staatlich geprüften Betriebswirt und zum Fachagrarwirt Landtechnik. Eine Fortbildung zum Meister im Beruf „Fachkraft Agrarservice“ wird derzeit vorbereitet. Die Entwicklung dieses seit 2005 existierenden Berufsbildes resultiert aus der Veränderung der landwirtschaftlichen Betriebe, die in den letzten Jahren statt-gefunden hat. In einigen Regionen Deutschlands haben sich z.B. große Betriebe entwickelt, die ganz auf Ackerbau spezialisiert sind. Die in der Pflanzen-produktion eingesetzten Maschinen werden immer effektiver, damit aber auch teurer und komplizierter. Die Anschaffung lohnt sich finanziell für den einzelnen landwirt-schaftlichen Betrieb oft nicht. Der Lohnunternehmer als Dienstleister für viele Betriebe kann diese Maschinen allerdings besser auslasten und damit kostengünstiger einsetzen, muss allerdings auch die Gewähr haben, dass sie von den Mitarbeitern optimal bedient und gewartet werden. Daher legen Lohnunternehmer und Landwirt-schaftsbetriebe großen Wert auf Nachwuchskräfte, die fachlich auf diese spezifischen Anforderungen hin qualifiziert sind. Der Aus-bildungsberuf Fachkraft Agrarservice wurde zunächst im Rahmen einer so genannten Erprobungsverordnung geschaffen. Bis Ende 2008 überprüft das Bundesinstitut für Berufsbildung die Struktur und die Inhalte der neuen Ausbildungsverordnung. Dazu sollen auch persönliche Interviews mit den Auszubildenden, den Betrieben und den Berufsschulen geführt werden. Bundesweit befinden sich ca. 250 Auszubildende in der Ausbildung, davon rund 60 in Niedersachsen, das mit ca. 800 Lohnunternehmen zu den Hochburgen der Branche zählt. Da die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen nicht befriedigt werden konnte, müssen weit mehr Betriebe die Anerkennung zum Ausbildungsbetrieb anstreben, um einerseits dem Bedarf an Aus-bildungsplätzen gerecht zu werden und andererseits sicherzustellen, dass ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte „nachwachsen“. Denn auch die landwirtschaftlichen Betriebe in Friesland werden sich künftig verändern. Wenn die Milchquote wegfällt, werden sich Betriebe vergrößern und den Schwerpunkt der Arbeit auf die Betreuung des Milchviehs legen. Die Bewirtschaftung der Acker-bauflächen und die Futterernte bzw. Konservierung wird dann vermehrt an Lohnunternehmer abgegeben werden. Interessenten für diese Ausbildung können sich beim Ausbildungsberater Friedhelm Cordes, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Oldenburg-Nord, Tel: 0441/34010124, näher informieren.


Lernen auf dem Bauernhof vermittelt Schülern wichtige Kompetenzen

Der außerschulische Lernort Bauernhof ermöglicht viele interessante Unterrichtsprojekte für die Jahrgänge der Grund- und weiterführenden Schulen. Aktionen des Deutschen Bauernverbandes wie „Das grüne Klassenzimmer“, bei denen sich bundesweit registrierte Bauernhöfe für den Besuch von Schul-klassen zur Verfügung stellen, setzen allerdings eine gut funktionierende Kooperation zwischen der Betriebsleitung des ausgewählten Hofes und der jeweiligen Lehrkraft voraus.

Kinder, die unvorbereitet auf einen Betrieb kommen, verstehen die Zusammenhänge und Abläufe nicht, die sie dort vorfinden. Ebenso ist eine gründliche Nachbereitung in der Schule Voraussetzung dafür, dass die Erlebnisse und Informationen , die die Kinder auf dem Hof gemacht bzw. erhalten haben, im Gedächtnis haften bleiben. Auch die rhetorischen Fähigkeiten des Landwirtes sind von großer Bedeutung. Kindgerechtes Kommunizieren bedeutet, Fachausdrücke zu vermeiden und statt dessen Vergleiche und Erklärungen zu finden, die der kindlichen Vorstellungswelt entsprechen. Allein die methodisch-didaktische Konzeption eines Besuches auf dem Hof, zum Beispiel die Entwicklung von Lernstationen, verlangt von dem Landwirt z.B. pädagogische Kenntnisse. Schulungen der Landwirte bzw. Landfrauen, die auf ihren Betrieben solche Programme anbieten wollen, sind bereits mehrfach vom Kreislandvolkverband Friesland durchgeführt worden. Besonders in Regionen, in denen eine „Schnittstelle“ - wie sie beim Kreislandvolkverband innerhalb des Projektes „Der Bauernhof als außerschulischer Lernort“ seit 12 Jahren existiert- zwischen Schule und Bauernhof fehlt, sind solche Maßnahmen genauso notwendig wie Lehrerfortbildungen, um den Pädagogen die Lebens- und Arbeitswelt Bauernhof nahe zu bringen. Nur wenn alle Beteiligten gut vorbereitet sind, wird ein Unterrichts-projekt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb ein voller Erfolg.

Für die allgemein bildenden Schulen sind, ausgelöst durch die Ergebnisse der PISA-Studien, inzwischen neue Bildungsstandards festgelegt worden. Inspektoren besuchen den Unterricht in den Schulen, um Verbesserungsmöglichkeiten der Unterrichtsqualität aufzuzeigen. Die Lehrpläne verändern sich – nicht allein der Erwerb des Wissens steht im Vordergrund, sondern die jungen Menschen sollen Fähigkeiten erlernen, mit denen sie in ihrem ganzen Leben konstruktiv und selbstsicher an die unterschiedlichsten An-forderungen herangehen können. Der Einbezug der Landwirtschaft in den Unterricht in Form verschiedenster Projekte stellt hierbei eine interessante Möglichkeit dar, den Kindern diese Kompetenzen zu vermitteln. Im Sachunterricht der Grundschulen wird am Ende des zweiten Schuljahres z.B. von den Schülern die Fähigkeit erwartet, die Gestaltung und Nutzung ausgewählter Räume in ihrer Umgebung zu erkennen. Auf einem Bauernhof bieten sich dazu ideale Strukturen an: Der ganze Hof wird erkundet, die Bezeichnung und Nutzung der verschiedenen Räume und der genutzten Flächen herausgefunden, und in der anschließenden Projektpräsentation entsteht ein Abbild des Hofes gleichsam eines Steckbriefes. Die Kinder zeichnen, messen, fotografieren bei dem Besuch des Betriebes, sie lernen, in Gruppen eigenverantwortlich zu handeln und einander später im Unterricht die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe zu erläutern. Sie bewerten sich hinsichtlich ihrer Mitarbeit im Team gegenseitig – so lassen sich die „Zugochsen“ von den „Trittbrett-fahrern“ unterscheiden.

Schüler der vierten Klassen sollen am Ende des Jahrgangs in der Lage sein, wiederkehrende Abläufe zu erkennen und von linearen Prozessen zu unterscheiden sowie angemessen darzustellen. Projekte, die von der Einsaat des Getreides über die Pflege der Feldfrüchte – am besten auf einem eigenen kleinen „Kinderacker“, den ihnen ein Landwirt zur Verfügung stellt- bis hin zur Ernte und Weiterverarbeitung laufen, verdeutlichen anschaulich den Rhythmus der Jahreszeiten, nach denen der Landwirt arbeitet. Gleichzeitig können die Schüler die technischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte kennen lernen und deren Einfluss auf die Arbeits- und Lebensweise der Landwirtsfamilie erfahren, also die Landwirtschaft früher und heute vergleichen. Auch für die Klassen der weiter-führenden Schulen gibt es interessante Projektmöglichkeiten. In über 20 Regionen Niedersachsens werden inzwischen Bildungsangebote für Kindergärten, Schulklassen und auch für Gästegruppen von Landwirten entwickelt und auf den Höfen durchgeführt.

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Junglandwirtetag 2007 in Jever 

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Wohin geht die Entwicklung der Milchwirtschaft vor dem Hintergrund der 2015 auslaufenden Milchquote? Wie sollen sich junge Landwirte verhalten, die z.B. den elterlichen Betrieb in den nächsten Jahren übernehmen wollen?

Vor der eigentlichen Begrüßung und Eröffnung des Jungland-wirtetages 2007 durch Bernd Tietjen von der Landesarbeits-gemeinschaft junger Landwirte Niedersachsen und Hilmar Beenken als federführendem Organisator der Veranstaltung trugen Diedrich Doden und Heino Lehmhus, zwei junge Landwirte, ihre unter-schiedlichen Erwartungen und Pläne für die Zukunft ihrer Betriebe im gut gefüllten Saal des Schützenhofes in Jever vor. Bernd Tietjen fasste die Erwartungen der Milchbauern zusammen: mehr Planungs-sicherheit, mehr Bürokratieabbau, wettbewerbsfähige Milchpreise vor dem Hintergrund der in 2015 auslaufenden Milchquote. Die Junglandwirte befürchten unter anderem steigende Pachtpreise für das Ackerland durch den vermehrten Anbau von Pflanzen, die in Biogasanlagen verarbeitet werden sollen. Bis zum Jahr 2010 ist ein Anwachsen dieser Flächen von heute 72000 ha auf 130 000 ha prognostiziert. Zwar betonte Tietjen, dass sich die Landwirte wieder „als gebraucht“ fühlten, weil sie nun verstärkt Energie-pflanzen erzeugten, die zur umweltfreundlichen Energiegewinnung vor dem Hintergrund der Klimaschutzdiskussion beitragen. Er befürchtet aber gleichzeitig eine Verlagerung der Lebensmittel-erzeugung in das Ausland, wenn die Energiepflanzenerzeugung zu stark subventioniert würde. Tietjen sieht im Bereich der Milch-wirtschaft durch den Wegfall der erkauften Milchquote eine Kostenentlastung in der Milcherzeugung von 2-6 Cent pro Liter. Er appellierte an die Landwirte, die Milchvermarktung über das Hoftor hinaus im Auge zu behalten und wünscht sich von der Molkerei-wirtschaft, die „auf den Schultern der Landwirtschaft steht“, verantwortungsvoll mit den Milchproduzenten umzugehen. Die Milchbauern wollen „fit werden für 2015“ und „ein Berufsleben lang Landwirte bleiben können“.

Martin van Driel von der EU-Kommission in Brüssel erläuterte als nächster Redner zunächst die Marktsituation im Milchbereich. Die Kommission plane von dem Quotenmodell, das ursprünglich auch das Ziel hatte, die nationale Milchproduktion zu unterstützen und gleich-zeitig Überschüsse abzubauen, zu verstärkten Direktzahlungen an die Landwirte überzugehen. Die Milchquote wirke wettbewerbs-verzerrend zwischen den EU-Mitgliedsländern und beschere gerade jungen Betriebsleitern zu hohe Kosten für die Milcherzeugung, wenn Quote zugekauft werden müsse. Er betonte, dass die EU-Kommission eine Marktstützung im Bereich der Milcherzeugung als zukünftig unnötig ansehe, weil von diesem Produktionssektor in zunehmendem Maße erwartet wird, dass er eigenverantwortlich handle. Professor Dr. oec. Hannes Weindlmaier von der Technischen Universität München stellte in seinem Beitrag heraus, dass für die erfolgreiche Betriebsbewirtschaftung eine Milchleistung pro Kuh und Jahr von durchschnittlich 7000 kg nötig sei, wobei 55-60 Kühe der Vieh-bestand sind, ab dem sich das Einkommen für eine Familie bestreiten lasse. Das Image der Milchprodukte habe sich in den letzten 10-20 Jahren stark verbessert. In der EU-weiten Rangordnung liegt der Schweizer Nestlé-Konzern an erster Stelle der zehn größten Molkereien, die deutsche „Müller-Milch“ an letzter. Die "Nord-milch" gehört zu den zehn größten deutschen Molkreien. Prof Dr. Weindlmaier erläuterte die verschiedenen Marketingstrategien der Molkereien und die Rahmenbedingungen der Milch- und Molkerei-wirtschaft. Danach seien innovative Produkte, die dem Verbraucher-trend entsprächen, im Inland gut absetzbar. Standardprodukte dominieren auf dem europäischen Markt, und im Weltmarktbereich steigt zwar die Nachfrage an Milchprodukten, die Preise liegen jedoch unter dem EU-Binnenmarkktniveau. Für die Zukunft der deutschen Milchbauern prognostizierte er u.a. einen Rückgang der Erzeugermilchpreise "bis der Markt sich bereinigt hat"  und eine Verringerung der Anzahl der Höfe beziehungsweise Liquiditäts-probleme der großen Betriebe, die nach getätigten Investitionen ihre Kreditabzahlungen nicht ohne weiteres bedienen könnten. Dabei wird der Standort Niedersachsen insgesamt nach 2013 (Wegfall der Exportsubventionen) ca. 247 Mio. kg/Jahr mehr Milch produzieren als heute. Bayern als Region mit traditionell kleineren Betriebs-strukturen wird dagegen bis 210 Mio kg weniger Milch pro Jahr erzeugen, weil dort viele Landwirte aufgeben werden. Milch-produzenten könnten durch Gründung von Betriebsgemeinschaften und Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren. Die Anzahl der deutschen Molkereien sieht Prof. Dr. Weindlmaier auf ca. 15 schrumpfen, die dann auf-grund ihrer Größe in der Lage seien, Produktforschung, Prozeß-entwicklung und Werbung so zu verstärken, dass Milchprodukte optimal marktfähig gemacht werden können. Allerdings sind den erwarteten, zunächst einmal kapitalzehrenden Fusionierungen Grenzen gesetzt: die Transportkosten der Milcherfassung könnten zu hoch werden. Der Staatssekretär des niedersächsischen Ministeriums für den ländlichen Raum, Friedrich Otto Riepke, ergänzte zum Schluss, dass die Landesregierung fest zum EU-weiten Ausstieg aus der Quote stehe. Die Bioenergieerzeugung werde künftig nicht mehr mit EU-Mitteln gefördert und das Gesetz über erneuerbare Energien werde 2008 überarbeitet. Die Einspeisungsvergütungen sollen danach abgesenkt werden. Er kündigte die Abschaffung der Flächen-stillegung und die Vereinfachung des Cross-Compliance-Verfahren (Direktzahlungen an die Landwirte bei Einhaltung der Vorschriften für die ordnungsgemäße Landwirtschaft, siehe Artikel unten) an. Den zu erwartenden Strukturwandel auf den Höfen will die Regierung mit 40 Mio. Euro pro Jahr „abfedern“ helfen.

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Kreislandvolkverband und Beratungsring für Rinderhaltung bleiben in Jever

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Kreislandwirt Hartmut Seetzen erhofft sich durch die künftig verstärkte Zusammenarbeit beider Institutionen vermehrt positive Synergieeffekte.  

In der oberen Etage des Johann-von-Thünen-Hauses in Jever sind die ehemaligen Büroräume der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Oldenburg-Nord, nun leer. Auch die Dienststellen in Westerstede und Ovelgönne sind geschlossen worden. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Landwirte nun mit ihren Belangen unbedingt nach Oldenburg fahren müssen. Die Fachreferenten der Kammer werden auf Anfrage verstärkt zu den einzelnen Betrieben hinausfahren, um die Landwirte z.B. in Fragen des Stallbaues vor Ort zu beraten. Ein großer Teil der Beratung wird sich zukünftig auch per Telefon abspielen. Das bereits bestehende Vertrauensverhältnis der Landwirte zu „ihren“ Ansprechpartnern bei der Kammer soll unter den neuen Umständen nicht getrübt werden, denn die Mit-arbeiter und ihre Kompetenzbereiche bleiben die selben. Kreislandwirt Hartmut Seetzen hofft, dass seine Berufskollegen die Telefonleitung nach Oldenburg auch kräftig in Anspruch nehmen werden. Er sieht den Vorteil der neuen Konstellation in der Bündelung der Kompetenzen des Beratungsteams der LWK Oldenburg-Nord, das sich jetzt nahe der Autobahnabfahrt A 293 (Abfahrt Bürgerfelde) im Bürogebäude der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung Niedersachsen-Bremen befindet (Adresse siehe unten).

Die bisherigen Veterinärämter des Landkreises Friesland, der Stadt Wilhelmshaven und des Landkreises Wittmund sind ebenfalls umge-zogen und haben sich mit Wirkung zum 01.01.2007 zu dem „Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser“ zusammengeschlossen. In Wittmund und Brake werden Nebenstellen unterhalten.

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Wer befindet sich wo?

Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Oldenburg-Nord), Im Dreieck 12, 26127 Oldenburg, Telefon: 0441/34010-0; Fax 0441/34010-170

Beratungsring für Rindviehhaltung, Terrasse 12, 26441 Jever, Telefon: 04461/967934, Fax. 04461/912086

Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser, Olympiastraße 1, 26419 Schortens-Roffhausen, Telefon: 04421/77880, Fax: 04421/7788-770

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Produktionsmethoden in der Landwirtschaft sollen transparent werden – Prämienzahlungen sind zukünftig von der Einhaltung der „Cross Compliance“-Vorgaben abhängig

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(Quelle: Informationsveranstaltung der niedersächsischen Landwirtschaftskammer vom 10.01.06) .

Hinter Cross-Compliance verbergen sich eine Reihe von Maßgaben, nach denen die Landwirte bereits in ihrer Ausbildung im Bereich der „ordnungsgemäßen Landwirt-schaft“ zu arbeiten gelernt haben. Diese Maßgaben werden zum Teil durch neue Regelungen erweitert. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird in Zukunft stärker überwacht, bei Nichteinhaltung drohen Sanktionen in Form von Prämien-kürzungen oder gänzlichem Aussetzen der Prämien für ein oder mehrere Jahre.

Für einen landwirtschaftlichen Betrieb bedeutet dies z.B., dass er im Bereich der Lagerung von Kraftstoffen, Mineralölen und Pflanzen-schutzmitteln bauliche Maßnahmen nachweisen muss, die ein un-kontrolliertes Entweichen dieser umweltgefährdenden Substanzen verhindern. Der sachgemäße Umgang mit diesen Stoffen wird natürlich vorausgesetzt.

Im Bereich der Tierhaltung gilt jetzt auch für Schweine die Kenn-zeichnungspflicht mit zugelassener Ohrmarke, ferner muss der Betrieb den Tierbestand und die Zu- und Abgänge im Bestands-register dokumentieren, das drei Jahre lang aufbewahrt wird.

Rinder werden nach wie vor mit zwei identischen Ohrmarken bis spätestens 7 Tage nach der Geburt gekennzeichnet und mit dem Rinderpass versehen. Sämtliche Meldungen über Veränderungen des Tierbestandes muss der Betriebsleiter binnen 7 Tagen an die Kontrollstelle melden. Auch Ziegen und Schafe sind durch Ohrmarken bzw. Ohrtätowierungen zu kennzeichnen. Ein Bestandsregister ist ab drei Muttertieren zu führen, und Name wie auch Anschrift von Tier-lieferanten oder –käufern müssen festgehalten werden.

 

Landwirtschaftlich genutzte Flächen sollen in einem guten öko-logischen Zustand bewahrt werden. Damit ist vor allem die Ver-meidung von Erosion und Humusabbau gemeint. Das bedeutet für den Landwirt, dass er mindestens drei verschieden Kulturen in die Fruchtfolge einbezieht, Stoppelfelder nicht abbrennt und höchstens 40 % der Ackerflächen (Ausnahme: Marschflächen) im Winter ohne Bewuchs liegen lässt, so dass die Bodenkrume Wind und Wetter ausgesetzt und damit auch erosionsgefährdet ist. Bei Monokultur-flächen, auf denen z.B. Jahr für Jahr Mais angebaut wird, muss einem Humusentzug durch den Anbau von Zwischenfrüchten wie z.B. Grünroggen, der nach der Maisernte gesät und im Frühjahr untergepflügt wird, entgegengewirkt werden. Die Humusgehalte der Flächen können errechnet oder durch Bodenuntersuchungen ermittelt werden.

Stillgelegte Nutzflächen können jährlich vom 1.4. – 15.7. gemäht und gemulcht oder aber nur alle zwei Jahre gemäht werden, wenn das Mähgut dann abtransportiert wird.

Weitere, ab 2006 prämienrelevante Regelungen betreffen die Sicher-heit von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln. Geräte und Räume, mit denen z.B. Getreide oder Nutztiere in Kontakt kommen, müssen sauber gehalten bzw. desinfiziert werden. Die Konta-mination mit z.B. Abfällen, Düngemitteln oder anderen gefährlichen Stoffen ist zu vermeiden. Auch in der Düngeverordnung hat sich einiges geändert. Sowohl in den Zeiten der Gülleausbringung (Ausbringeverbot vom 1.11.- 01.02. auf Ackerland bzw. 15.11.- 01.02 auf Grünland, ab Winter 2006) als auch in der zugelassenen Stickstoffmenge, die pro Hektar ausgebracht werden darf – für den Landwirt bedeutet das, die Lagerkapazitäten für Gülle, Jauche, Geflügelkot usw. entsprechend vorzuhalten. Gedüngt werden sollte nach vorheriger Bodenuntersuchung und mit moderner, umwelt-schonender Technik.

Weitere Vorschriften, die den Vogelschutz, den Schutz der Flora-Fauna-Habitat-Gebiete bzw. die Ausübung der Jagd betreffen, müssen ebenfalls eingehalten werden.