Landwirt zu werden ist echtes Konditionstraining
Christoph Veith aus Wittmund hat sich entschieden, den Beruf „Landwirt“ zu lernen. Das Berufsgrundbildungsjahr hat er bereits absolviert. Seit dem 1. Juli 2011 befindet er sich auf dem Ausbildungsbetrieb der GbR Jann und Bernd Janssen in Jever-Cleverns. Warum er sich für diesen Beruf entschieden hat und wie er seinen Ausbildungsplatz erlebt schilderte er in einem Interview mit Birgit Luiken vom Kreislandvolkverband Friesland e.V.
B.L: Christoph, wie bist Du auf die Idee gekommen, Landwirtschaft zu lernen?
C.V: Meine Interessen lagen eigentlich mehr im Bereich Technik und Computerwelt. Das hatte mir in der Freizeit Spaß gemacht und ich dachte, dass ich mich damit auch gut beruflich beschäftigen könnte. Aber nach einigen Praktika habe ich ganz schnell gemerkt, wie dieser Beruf wirklich ist und dass die Computerbranche mir doch nicht so liegt. Im Kurs Elektrotechnik, den ich in der Berufsschule belegt hatte, war ich auch nicht richtig zufrieden.
Früher, als Kind und als Jugendlicher war ich oft bei den Nachbarn auf deren Hof, ich durfte auf den Treckern mitfahren und war natürlich begeistert davon. Später durfte ich auf dem Hof der Familie eines Freundes mithelfen und bin dadurch auf den Geschmack gekommen. Ich konnte dann glücklicherweise noch im laufenden Schuljahr von der Elektrotechnik zur Landwirtschaft wechseln.
Im Berufsgrundbildungsjahr geht man pro Schulhalbjahr einmal pro Woche auf einen landwirtschaftlichen Betrieb, man besucht also zwei Betriebe innerhalb des gesamten Schuljahres. Und einer der Höfe war zufällig der Hof, auf dem ich jetzt auch mein zweites Lehrjahr absolviere, also hier bei Familie Janssen. Hier gefiel es mir von Anfang an gut, weil mir viele verschiedene Wirtschaftsbereiche gezeigt wurden: Es gibt hier Schweine, es gibt Bullenmast, Milchviehhaltung, Rinderaufzucht – da kann man eine Menge lernen.
Christoph Veith gefällt der abwechslungsreiche Arbeitstag auf dem Hof der GbR Jann und Bernd Janssen in Cleverns
B.L:Wie reagierte Deine Familie auf deine Entscheidung, Landwirtschaft lernen zu wollen? Hattest Du Unterstützung?
C.V: Ja, da war ich ganz überrascht, sie sagten: mach´ was dich glücklich macht. Und mir war auch klar, dass Landwirtschaft zu lernen nicht ganz leicht sein würde, man hat einen langen Arbeitstag. Ich fange z.B. morgens um 6 Uhr an und habe um 19 Uhr Feierabend. Natürlich sind Pausen dazwischen, aber es ist auch klar, dass es in der Ernte mal später wird. Aber wenn man das wirklich möchte sagt man sich: Komm, Lehrjahre sind keine Herrenjahre, und dann zieht man das durch. Und wenn es einem Spaß macht, geht es ja auch viel leichter von der Hand als wenn es keinen Spaß macht. Von daher bin ich eigentlich recht zufrieden damit.
B.L: Man muss ja während der Ausbildung auf verschiedenen Betrieben lernen. Weißt Du schon, auf welchen Hof Du im dritten Lehrjahr gehen wirst?
C.V: Also, das BGJ wird ja als erstes Lehrjahr angerechnet. Ich bin jetzt also schon im 2. Lehrjahr. Aber um einen Lehrbetrieb für das dritte Jahr muss ich mich bald kümmern.
B.L: Warst Du dir bewusst, dass das Arbeiten in der Landwirtschaft anstrengend sein würde?
C.V: Ja, das merke ich jetzt ja schon. Wenn mein Chef abends länger auf dem Feld bleibt um zu dreschen fragt er mich natürlich, ob ich melken kann. Dann sage ich natürlich nicht: ich habe aber um 19 Uhr Feierabend, sondern dann mache ich das eben.
B.L: Ich weiß nicht, ob Du eine Freundin hast, aber ich könnte mir vorstellen, dass es schwierig ist, bei diesem Arbeitsalltag noch Zeit für eine Beziehung zu haben.
C.V: Ja, das habe ich versucht, aber ich merkte dann, wenn ich mal zwei Tage vom Hof weg war, hatte sich schon wieder so vieles verändert, was ich dann nicht mitbekommen hatte… z.B. waren neue Tiere geboren oder das Getreide war gedroschen worden… und das war traurig, wenn ich da nicht dabei sein konnte.
B.L: Das heißt, man muss sich selbst klare Prioritäten setzen, was einem wichtiger ist?
C.V: Das glaube ich schon, denn wenn man mal überlegt…ich fahre morgens um 5 Uhr mit dem Fahrrad von zu Hause los, demnächst auch mit dem Auto, weil ich jetzt 18 geworden bin; und ich fange um 6 Uhr hier an….und wenn ich dann abends länger gearbeitet habe und um 21.30 zuhause war, blieb natürlich nicht viel Zeit für anderes. Aber es hat Spaß gemacht.
Wenn man auf dem Lehrbetrieb wohnt, wird man natürlich noch mehr integriert, man lernt mehr das Familienleben kennen. Und man kann morgens etwas länger schlafen, weil man ja die Anfahrt nicht hat.
B.L: Wie hast Du denn Deine Freizeit mit Deinem Lehrherrn geregelt?
C.V: Mein Chef ist da recht flexibel. Als ich jetzt meinen Führer-schein machte, durfte ich auch mal früher gehen, und die Überstunden im Sommer lassen sich zu anderen Zeiten wieder ausgleichen. Es ist sicher von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich, das muss jeder Auszubildende mit dem Betriebsleiter individuell regeln.
B.L: Du nimmst auch am Familienleben teil, z.B. an den gemeinsamen Mahlzeiten usw., wie kommst Du damit zurecht?
C.V: Da habe ich gar keine Probleme. Die Familie Janssen hat mich herzlich empfangen. Normalerweise achtet man als Auszubildender bei der Suche nach einem Ausbildungsbetrieb ja auch darauf, ob man mit der dortigen Familie zurechtkommt. Man sucht sich den Betrieb nicht nur nach Kriterien wie beispielsweise die vorhanden Betriebszweige oder die Maschinenausstattung aus. Hier bei Familie Janssen mit ihren drei Kindern fühle ich mich richtig gut.
B.L: Welche Vorstellungen hast Du für die Zeit nach Deiner Ausbildung?
C.V: Meine Familie hat ja keinen landwirtschaftlichen Betrieb zuhause. Es wäre natürlich mein Traum, einen eigenen Hof zu haben, aber das ist in der heutigen Zeit wohl nicht zu schaffen. Die klassische Alternative wäre für mich der Einsatz als Betriebshelfer. Die werden händeringend gesucht, und in der Landwirtschaft gibt es Arbeit en masse. Wer Lust dazu hat, sollte Landwirtschaft lernen, denn Arbeit ist genug da.
B.L: Könntest Du Dir vorstellen, beispielsweise zu studieren?
C.V: Nein, ab der 10. Klasse war mir klar, dass ich jetzt meinen Grundbildungsstock habe und das reicht mir. In der Schule zu sitzen und zuzuhören liegt mir nicht so sehr. Ich muss etwas anpacken, was schaffen, dann fühle ich mich besser als wenn ich die ganze Zeit in der Schule sitze.
B.L: War es anstrengend, sich auf den neuen Arbeitsalltag einzustellen?
C.V: Ja, auf jeden Fall. Das frühe und regelmäßige Aufstehen, die körperliche Arbeit – abends bin ich platt. Aber ich denke, in 2-3 Monaten spielt sich das langsam ein, dann werde ich wohl einen Tagesrhythmus gefunden haben, der auch wirklich funktioniert.
B.L: Landwirtschaft ist also so etwas wie ein Konditionstraining?
C.V: Am Anfang wohl!
B.L: Was lernt man in der Berufsschule?
C.V: Im BGJ-Jahr lernt man viele Grundkenntnisse, damit man überhaupt die Vorgänge in der Landwirtschaft versteht. Dazu gehören z.B. Bestimmungsübungen mit typischen Nutz- und Wildpflanzen, man lernt etwas über Bodenverhältnisse, man lernt die Getreidearten und Gräserarten kennen und natürlich etwas über die verschiedenen Nutztiere. Das BGJ ist eine gute Grundlage, mit der man sich den Start auf dem Lehrbetrieb wirklich erleichtert. Denn da ist dann neben der Arbeit nicht mehr soviel Zeit, um viel Theorie lernen zu können.
B.L: Wie oft gehst Du jetzt zur Berufsschule?
C.V: Im zweiten Lehrjahr muss ich einmal in der Woche zur Berufsschule. Der Unterricht dauert von 8.00 bis 15.15 Uhr. Wenn man schon nach 4 Stunden Schluss hat, muss man nachmittags wieder auf den Betrieb zur Arbeit.
B.L: Welche Prüfungen musst Du absolvieren?
C.V: Erst mal die Zwischenprüfung, die ist auch eine gute Vorbereitung für die Abschlussprüfung. Außerdem gibt es den Berufswettkampf, bei dem man sich gut mit den anderen Auszubildenden vergleichen kann. Da geht es um verschiedene Bereiche wie z.B. KFZ-Technik, Holztechnik, Bautechnik und Pflanzenkunde. Man muss ja auch später auf dem Hof vieles selber machen, etwa eine Maschine reparieren, eine Schalung für Betonarbeiten herstellen oder andere Reparaturarbeiten. Handwerkliche Begabung gehört also dazu. Und es gibt noch verschiedene Lehrgänge, bei denen man speziell etwas über Schweinehaltung und Milchviehhaltung in Theorie und Praxis wie auch den Umgang mit typischen Maschinen lernt. Ich hatte Glück, denn in der letzten Woche haben einige Auszubildende hier auf dem Betrieb ihre Abschlussprüfung gemacht, und da konnte ich schon mal verfolgen, worauf es dabei ankommt.
B.L: Der Arbeitsplatz eines Landwirtes beinhaltet also auch Aufgaben aus vielen anderen Berufen. Sollte man in Mathe gut sein?
C.V: Ja, auf jeden Fall, weil es immer etwas zu berechnen gibt, z.B. bestimmte Einstellungen an der Sämaschine oder die Futtermengen für den Viehbestand und die damit zusammenhängenden Kosten. Und man muss vorausschauend denken können.
B.L: Da hast Du Dir einen gleichermaßen anspruchsvollen wie auch abwechslungsreichen Beruf ausgesucht.
C.V: Ich finde, der Beruf „ Landwirt“ ist wirklich was Besonderes. Man kann sich nach seinen eigenen Neigungen z.B. mit Schweinen oder mit Milchvieh befassen oder sich auf Ackerbau spezialisieren – ich denke, da sind fast keine Grenzen gesetzt. Ein bisschen Liebe zum Tier muss für mich aber auch Bestandteil der Landwirtschaft sein. Ich würde nicht auf einem reinen Schweinemastbetrieb arbeiten wollen. Das habe ich im Praktikum im ersten Ausbildungsjahr kennen gelernt. Meine Vorstellung ist ganz klar die Milchviehhaltung oder etwas in dieser Richtung, darauf will ich mich spezialisieren.
B.L: Ich danke Dir für dieses interessante Interview.
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Kinderkram
Auf dieser Seite gibt es Bastelideen sowie Buchtipps und Adressen zu anderen Internetseiten, die gut verständlich über Tiere, Landwirtschaft und die Entstehung unserer Lebens-mittel informieren.
Bücher für kleine Kinder
Metzger, Wolfgang; Toll, Claudia
Zeig mir was!
Alle Fahrzeuge auf dem Bauernhof
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 3-473-30954-0,
7.95 Euro
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Komm mit uns auf den Bauernhof
Edition Bücherbär/Arena Verlag
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Christine Merz, Betina Gotzen-Beek
Lea Wirbelwind auf dem Bauernhof
Kerle Verlag, Freiburg
ISBN 978-3-451-70654-7
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Ferkel, Schaf, Kartoffelernte
Velber Buchverlag 2009
ISBN: 978-3-866135-73-4,
9,95 EUR.
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Monika Wohlert
was ist was (Band 117): Bauernhof
Tessloff- Verlag
ISBN-10: 3-7886-1504-4
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M. Garanin
So kommt die Tomate in die Flasche
Velber 2006
ISBN 3-86613-520-3
9.95 Euro
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Droop, Constanza
Wieso? Weshalb? Warum?
Auf dem Bauernhof
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 3-473-33270-4
12.50 Euro
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Köthe, Rainer
Willkommen auf dem Bauernhof
Fördergemeinschaft integrierter Pflanzenbau
ISBN: 3-87992-013-3
11.40 Euro
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Gisbert Strotdrees, Gabi Cavelius
Was brummt da auf dem Bauernhof?
Technik in der Landwirtschaft für Kinder leicht erklärt
Landwirtschaftsverlag GmbH Münster-Hiltrup
ISBN 3-7843-2955-1
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Riesige Fahrzeuge und Maschinen
Schmidt Verlag Ravensburg
ISBN 3-89782-244-X
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B.Stachuletz
Traktor, Huhn und Melkmaschine
Velber-Verlag 2008
ISBN 978-3-86613-564-2
9,95 Euro
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"Jugendliteraturpreis der Landwirtschaft"
Memoiren einer Mistgabel
Landwirtschaftsverlag Münster-Hiltrop
ISBN 978-3-7843-3462-2
14,95 Euro
Weitere Bücher sind in einer Broschüre der i.m.a. (information.medien.agrar e.V. ) erfasst (Titel: Landwirtschaft im Kinderbuch - die besten Titel) und auch im Internet zu finden unter www.ima-agrar.de/index_3332.htm.
Die Broschüre kann unter Tel: 0228/9799-370 oder Fax 0228/9799-375 bzw. mit der E-Mail –Adresse info@ima-agrar.de angefordert werden. Unterwww.ima-agrar.de,www.bauernhof.net, www.hamsterkiste.de, www.waswiressen.de, www.wikipedia.d, bei www.aid.de und www.milchwirtschaft.de finden sich weitere Informationen und Materialien auch für den Schulunterricht.

Für junge Künstler
Die unten gezeigten Tiere kannst Du als Scherenschnitte ausschneiden.
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Quelle : www.ima-agrar.de