Satt und zufrieden

Satt und zufrieden – mit Lebensmitteln aus der Region

Die Stärken der friesischen Landwirtschaft liegen vor allem in der Erzeugung von Milch, Fleisch, Kartoffeln, Getreide und Raps. Daneben gibt es auch sogenannte Sonderkulturen wie z.B. Erdbeeren und Spargel. Einige Betriebe bauen Gemüse an, und sogar Blumen zum Selberschneiden sieht man immer öfter am Straßenrand.

Die Milch der friesischen Betriebe wird nicht mehr in Friesland verarbeitet, da die nächsten Molkereien außerhalb des Landkreises liegen. Ausgenommen hiervon sind natürlich Vorzugsmilchbetriebe, die die Milch ihrer Kühe direkt an Haushalte, Kindergärten oder Schulen abgeben können. Auf einigen Höfen werden aus der Milch von Kühen, Schafen und Ziegen verschiedene Produkte wie Käse, Joghurt und Quark hergestellt und direkt vermarktet.

Doch auch beim Einkauf in der Fleischerei und im Supermarkt können regionale Lebensmittel den Einkaufskorb füllen. Achten Sie auf Produkte der Molkereien „Ammerland-Oldenburg“ sowie „Nordmilch“ (milram) und des „Naturwert“-Programmes (z.B. Nudeln, Eier, Fleisch und Kartoffeln).

Fleisch von Rindern und Schweinen aus regionalen Qualitätsfleisch-programmen wie z.B. „Naturwert“ stammt von Betrieben aus der Umgebung, die ihre Tiere nach festgelegten Kriterien aufziehen. Um eine hohe Fleischqualität zu erreichen, werden z.B. nur bestimmte Futtermittel eingesetzt und Rinderrassen verwendet, die sich durch eine besondere Fleischbeschaffenheit auszeichnen. Viele dieser Betriebe machen am Straßenrand mit dem „Naturwert“-Schild auf sich aufmerksam und sind gerne bereit, interessierten Verbrauchern ihre Produktionsweisen näherzubringen.

Kleinere Schlachtereien und Fleischereien beziehen ihre Schlachttiere (Rinder, Schweine, Schafe) zum Teil seit Jahrzehnten von den gleichen landwirtschaftlichen Betrieben aus der Umgebung und können Auskunft geben über die Art und Weise, wie die Tiere dort aufgezogen und gefüttert werden.

Direktvermarktende Betriebe lassen ihre Tiere meist bei einer nahegelegenen Schlachterei schlachten und zerlegen, um sie dann in küchengerechten Portionen an ihre Kunden weiterzugeben. Auf diesen Betrieben werden häufig Rinderrassen gehalten, die sich durch Robustheit und Genügsamkeit auszeichnen, gleichzeitig aber besonders feinfaseriges und schmackhaftes Fleisch liefern. Diese Rassen (z.B. Limousin, Galloway, Deutsch Angus, Blonde d‘Aquitaine ) eignen sich auch gut zur Landschaftspflege. Für Kunden, die sich am liebsten selbst und im Gespräch mit dem Erzeuger ein Bild davon machen wollen, wie z.B. das Steak „aufgewachsen“ ist oder welche Zutaten in der angebotenen Wurst, im Brot oder im Käse stecken, ist der Hofladen eine gute Möglichkeit, regionale Lebensmittel einzukaufen und deren Entstehungsprozeß zurückzuverfolgen.

 

Vom Getreidekorn zum Schweineschnitzel

Am Beispiel der Fleischerzeugung lässt sich aufzeigen, wie viele Berufszweige beteiligt sind, bis ein Schweineschnitzel an der Fleischtheke angeboten werden kann. Den Anfang macht die Pflanzenzucht, in der durch Forschung und mehrjährige Feldversuche ständig die gewünschten Eigenschaften von Getreide und Futterpflanzen verbessert werden.

Landwirte, die sich der Saatgutvermehrung widmen, sorgen dafür, dass für den Anbau ständig hochwertiges, zertifiziertes Saatgut zur Verfügung steht.

Dieses wird über den Landhandel an die Landwirte, z.B. an die Ackerbauern und Gemischtbetriebe, verkauft.

 Auf deren Flächen wird das Saatgut ausgesät. Nach der Ernte wird das Getreide beispielsweise in der AGRAVIS-Getreideannahmestelle in Oldorf gereinigt und getrocknet, bevor es an ein Futtermischwerk  verkauft wird.

Viele so genannte Gemischtbetriebe, die Viehhaltung und Ackerbau zugleich betreiben, verfüttern ihr selbst erzeugtes Futter direkt an die eigenen Tiere. Die für die Landwirtschaft benötigten Maschinen und Geräte werden von den Landmaschinenhändlern verkauft und gewartet. Die dort beschäftigten Landmaschinenmechaniker haben gerade in der Erntezeit alle Hände voll zu tun, wenn z.B. Erntemaschinen durch einen Defekt ausfallen und schnellstmöglich repariert werden müssen.

Große Maschinen sind oft teurer, als sie sich ein einzelner landwirtschaftlicher Betrieb leisten könnte. Hier springen die Lohnunternehmer ein, die mit modernen und schlagkräftigen Maschinenparks sämtliche Arbeiten von der Bodenbearbeitung, der Düngerausbringung bis zur Silage- und Getreideernte übernehmen können.

Der noch recht junge Berufszweig der „Fachkraft für Agrarservice“ kommt hier zum Einsatz, wenn es um die Bedienung und Wartung der Maschinen geht.

Als Veredelungbetriebe werden Bauernhöfe bezeichnet, die beispielsweise Schweine, Geflügel oder Mastrinder aufziehen. Sie beziehen das nicht selbst erzeugte Tierfutter z.B. vom Futtermischwerk der AGRAVIS, das für jede Tierart und Entwicklungsstufe spezielle Mischungen aus verschiedenen Komponenten wie Getreide, Mineralstoffen und Spurenelementen zusammenstellt.

Die ausgemästeten Tiere werden entweder auf Schlachthöfen oder direkt von Metzgereibetrieben geschlachtet.

Letztere stellen eine große Palette hochwertiger Fleisch- und Wurstwaren her, die für eine abwechslungsreiche Speisekarte in der Gastronomie und im privaten Haushalt sorgen.