Aktuelles

Landvolk leitet Generationswechsel im Vorstand ein

Vorsitzender Hartmut Seetzen (3.v.r.) und Geschäftsführer Manfred Ostendorf (4.v.r.) bedankten sich bei den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Paul Schoorlemmer (l.), Carsten Dirks (2.v.r.) und Bernd Harms (r.).
Sie sind künftig mit an Bord im Vorstand des Kreislandvolkverbands Friesland: (v.l.) Wilko Irps aus Wilhelmshaven, Katharina Jensen aus dem Wangerland und Ingo Oltmanns aus Schortens.

 

 

 

Unter Corona-Bedingungen fand jetzt die Mitgliederversammlung des Kreislandvolkverbands Friesland im Schützenhof Jever statt, die eigentlich für März geplant war. Aufgrund der Abstandsregelungen waren nur die Delegierten sowie die Vorstandsmitglieder zu der Veranstaltung eingeladen worden, die normalerweise für alle Mitglieder und Gäste offen gewesen wäre. Einziger Ehrengast war Landrat Sven Ambrosy.

Im Mittelpunkt standen die Wahlen zum Vorstand, bei denen die Delegierten einen Generationswechsel einleiteten: Die langjährigen Vorstandsmitglieder Bernd Harms, Carsten Dierks und Paul Schoorlemmer kandidierten nicht erneut. An ihrer Stelle wurden Katharina Jensen (Wangerland), Wilko Irps (Wilhelmshaven) und Ingo Oltmanns (Schortens) gewählt. In ihren Ämtern bestätigt wurden Harmut Seetzen als Vorsitzender sowie Gerke Albers, Jörg Even, Jann Janssen und Burkhard Mennen als Vorstandsmitglieder. Der geschäftsführende Vorstand besteht aus Hartmut Seetzen als Vorsitzendem sowie Jörg Even und Gerke Albers als Stellvertreter. „Wir freuen uns, dass wir als relativ kleiner Verband so viele gute junge Landwirte haben, die bereit sind, aktiv mitzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen“, sagte Hartmut Seetzen. Bei den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern bedankte er sich mit einem Präsent.

In seinem Bericht ging der Vorsitzende auf den „Niedersächsischen Weg“ ein, der derzeit in Hannover zwischen Vertretern aus Landwirtschaft, Naturschutz und der Landesregierung ausgehandelt wird. „Ich bin zunächst sehr skeptisch gewesen, ob wir uns darauf einlassen sollten“, sagte Hartmut Seetzen. Den Landwirten werde darin sehr viel abverlangt. Letztlich habe sich aber die Überzeugung durchgesetzt, dass es sinnvoller sei, wenn die Landwirtschaft sich einbringe, konstruktive Vorschläge mache und versuche, sinnvolle Regelungen für die Region zu erreichen. Und dies sei beim „Niedersächsischen Weg“ auch gelungen: Die Regelungen zu den Gewässerrandstreifen sehe vor, dass kein Landwirt mit mehr als fünf Prozent seiner Fläche betroffen sei, außerdem werde der entstehende wirtschaftliche Nachteil voll ausgeglichen. Der Grünlandumbruch auf Moorflächen werde schwieriger, aber nicht unmöglich.

Landrat Sven Ambrosy erinnerte an den „Runden Tisch Naturschutz“, an dem in Friesland bereits im Jahr 2003 Landwirtschaft, Naturschutz, Politik und Verwaltung gemeinsam konstruktive Lösungen für viele Probleme erarbeitet habe. Damals sei dies in Niedersachsen beinahe exotisch gewesen, aus heutiger Sicht wirke es wie die Blaupause für den „Niedersächsischen Weg“, der derzeit in Hannover verhandelt werde.

Er sagte den Landwirten zu, dass die Weiterentwicklung der Digitalisierung nicht mit dem aktuellen Ausbau der Netze beendet sei. „Wir wollen auch die fehlenden 3,8 Prozent der Haushalte anbinden und sind gerade dabei, dafür Modelle zu entwickeln“, sagte er zu. Auch der Masterplan Straße solle weitergeführt werden, auch wenn dafür die Verschuldung steige. Der Landkreis dürfe sich in der aktuellen Corona-Krise nicht zu Tode sparen, sonst werde aus einer administrativen Rezession eine wirtschaftliche Rezession.

Im Rückblick auf das Geschäftsjahr 2019 erinnerte der Landvolk-Geschäftsführer Manfred Ostendorf an wichtige strukturelle Veränderungen im Verband: Im Herbst konnte das neu gebaute Seminargebäude neben dem Landvolkhaus in Ovelgönne eingeweiht werden. Im Altbau war somit Platz für die Geschäftsstelle des Kreislandvolkverbands Friesland, die Ende 2019 dorthin verlegt wurde. Mit dem Jahreswechsel hat der Verband seine Buchstelle an den Landwirtschaftlichen Hauptverein für Ostfriesland verpachtet, die jetzt von dem jungen Steuerberater Menno Burmann geleitet wird.

 

 

ASP: Landvolk sieht große Probleme für Schweinehalter

Der Kreislandvolkverband Friesland ist in großer Sorge aufgrund der erstmals aufgetretenen Afrikanischen Schweinepest in Deutschland. „Dies wird vermutlich massive Auswirkungen auf die Vermarktungsmöglichkeiten für deutsche Schweinehalter haben“, sagt Geschäftsführer Manfred Ostendorf.

In Friesland und Wilhelmshaven gibt es 102 Schweinehalter mit rund 38.000 Schweinen. Diese Betriebe müssen sich jetzt auf einen höchst unsicheren Markt einstellen: Ab dem ersten Nachweis der ASP bei einem Wildschwein in Deutschland – es muss noch nicht einmal ein Hausschwein betroffen sein – ist der Export in „Drittländer“ (außerhalb der EU) nicht mehr möglich, da Deutschland die Bedingungen der meisten Veterinärzertifikate nicht mehr erfüllt. Dieser Export ist wichtig, da dorthin vor allem die Teile vom Schwein gehen, die der deutsche Verbraucher nicht verzehrt, wie Pfötchen, Fette oder Specke.

Der Handel im EU-Binnenmarkt ist dagegen für alle Mitgliedstaaten gleich geregelt und unter bestimmten Voraussetzungen weiter möglich. Der Handel von Tieren und Fleisch ist uneingeschränkt möglich, nur für die Restriktionszone in unmittelbarer Umgebung des aufgetretenen ASP-Falls gelten strenge Auflagen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern.

Für den Menschen ist das ASP-Virus ungefährlich. Und auch auf die Haltung von Hausschweinen in Friesland hat das jetzt in Brandenburg nachgewiesene Virus zunächst keine Auswirkungen: Die Schweine können weiterhin wie gewohnt gehalten werden, auch mit Freiland-Auslauf. Ein Sperrbezirk wird nur im unmittelbaren Umkreis um den Fundort des infizierten Wildschweins eingerichtet. Dennoch sind Schweinehalter aufgefordert, die strengen Hygienevorkehrungen weiter einzuhalten.

Der Kreislandvolkverband appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger und insbesondere an Jäger, die in die betroffenen Regionen nach Brandenburg oder ins benachbarte Polen reisen, auf Hygiene zu achten. Das ASP-Virus könne nicht nur von Wildschweinen, sondern auch über Lebensmittel, Kleidung und Gegenstände übertragen werden. Selbst ein auf einem Parkplatz weggeworfenes Salamibrot könne die Krankheit weiterverbreiten.

 

 

Hauptsaison auf den Bauernhöfen fällt aus

Die Landfrauen Anja Melchers (l.) und Anke Eden-Jürgens sind regelmäßig bei Schulklassen zu Gast und informieren über Landwirtschaft. Aufgrund der Corona-Situation konnten in diesem Sommer leider keine Veranstaltungen stattfinden.

Der Sommer ist normalerweise Hauptsaison für Besuche von Schulklassen, aber auch Urlaubern auf landwirtschaftlichen Betrieben in der Region. Aber die Corona-Einschränkungen haben auch diesen Aktivitäten einen Strich durch die Rechnung gemacht, mit wenigen Ausnahmen mussten die geplanten Termine abgesagt werden.

Die beiden Landfrauen Anke Eden-Jürgens aus Förriesdorf im Wangerland und Anja Melchers aus Jever besuchen pro Halbjahr acht bis neun Schulklassen in Jever und Varel und gestalten dort Unterrichtsstunden zu den Themen Kartoffeln, Getreide, Milch sowie Obst und Gemüse. Auf Wunsch kann das durch einen Besuch in der Bäckerei oder eine Supermarktrallye ergänzt werden, bei der die Kinder die Gemüseabteilung erkunden oder sich auf die Suche nach Getreideprodukten begeben. „Aufgrund des Schulausfalls musste leider alles abgesagt werden“, bedauern die beiden.
Auch die Ferienpassaktion, die die Landfrauen auf dem Betrieb der Familie Jürgens und Melchers geplant hatten, wird ausfallen. Anke Eden-Jürgens könnte sich allerdings vorstellen, Familienführungen für maximal zehn Personen anzubieten. „Bei so einer Gruppe wäre es einfacher, die vorgeschriebenen Abstände zwischen den Personen auch einzuhalten“, sagt sie. „Die Nachfrage bei den Touristen ist auf jeden Fall vorhanden.“

Die Schulbesuche wie auch die Führungen auf den landwirtschaftlichen Betrieben finden im Rahmen des Bildungsprojekts „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ statt, über das sie auch finanziell gefördert werden. So können sie für die Teilnehmer kostenlos angeboten werden. Beim Kreislandvolkverband Friesland als regionalem Bildungsträger laufen die Fäden des Projekts zusammen. Dort können sich Schulen, Vereine und andere Gruppen auch melden, wenn sie landwirtschaftliche Betriebe besichtigen möchten. Andrea Vogt, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit, vermittelt dann den Kontakt zu den Landwirten.

Das Schlachtmühlen-Team um Edzard de Buhr (l.), Holger Krahe (Mitte) und Bernhard Folkers freut sich schon auf die Zeit, wenn die Corona-Einschränkungen vorüber sein werden und sie wieder Besuchergruppen durch die Mühle am Jeverschen Hooksweg führen können.

Mit seinem Angebot „Vom Korn zum Mehl“ nimmt auch der Arbeitskreis Schlachtmühle Jever am Programm „Transparenz schaffen“ teil. Und auch hier ruhen die Führungen für Schulklassen, Touristen und andere Gruppen – nicht zuletzt, weil viele der ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder der Altersgruppe 60+ angehören. Edzard de Buhr, der Sprecher des Arbeitskreises, rechnet damit, dass auch die beliebten Aktionstage wie das Apfelfest dieses Jahr wohl nicht stattfinden werden. „Wir stellen uns darauf ein, dass wir erst im nächsten Jahr wieder Veranstaltungen anbieten werden. Das ist schade – denn das anschauliche, praktische Erleben vor Ort lässt sich durch nichts ersetzen.“

 

 

Der “Niedersächsische Weg” – was bedeutet das für unsere Region?

Die Diskussion um das Thema Artenschutz und den “Niedersächsischen Weg” ist in vollem Gange. Aber was genau ist eigentlich vereinbart worden in der gemeinsamen Erklärung von Landesregierung, Landvolk, Landwirtschaftskammer sowie den Umweltverbänden NABU und BUND? Und welche der Vereinbarungen betreffen ganz besonders unsere Region?

Die Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland haben ein gemeinsames Positionspapier vereinbart, das in den vergangenen Wochen den Mitgliedern vorgestellt und auf Sitzungen der Beiräte (bestehend aus den Vorsitzenden der Ortslandvolkvereine) nahezu einstimmig verabschiedet wurde. Wir möchten damit einen Beitrag zu einer sachlichen Diskussion über das Thema leisten und gleichzeitig deutlich machen, wie ein kooperativer Naturschutz bei uns in der Region funktionieren könnte.

Zum Download Positionspapier der Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch zum Niedersächsischen Weg (pdf-Dokument, 128 KB)

Zum Download “Der niedersächsische Weg” – Langfassung (pdf-Dokument, 2,4 MB)

 

 

Gemeinsamer „Niedersächsischer Weg“ statt Volksbegehren

Artenvielfalt erhalten und Natur schützen – gegen diese Ziele hat wohl kaum jemand etwas einzuwenden. Aber es geht um das Wie: Setzt man sich mit allen Beteiligten an einen Tisch und sucht nach Lösungen, oder diktiert man den Landwirten, was sie künftig zu tun und zu lassen haben? Diese Frage stellt sich der Kreislandvolkverband Friesland angesichts der Unterschriften-Sammelaktion von NABU, BUND und der Partei Bündnis 90/Die Grünen für das Volksbegehren Artenvielfalt, die jetzt auch im Landkreis Friesland startet.

Mit dem „Niedersächsischen Weg“ gibt es bereits einen Zusammenschluss von Landvolk Niedersachsen, der Landwirtschaftskammer, dem Landwirtschafts- und dem Umweltministerium sowie den beiden Umweltverbänden NABU und BUND. Gemeinsam haben alle Beteiligten im Mai eine Absichtserklärung mit gemeinsamen Zielen in Bezug auf den Artenschutz unterschrieben. „Wir sind offen und bereit, Veränderungen mitzugestalten. Daher können wir nicht verstehen, warum die Umweltverbände jetzt ausscheren und einen Alleingang vorziehen“, sagt Hartmut Seetzen, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands. „Nachhaltige Kooperation sieht anders aus.“

Beim Kreislandvolkverband hat man den Eindruck, dass es bei dieser Vorgehensweise auch um politische Taktik geht: Hinter dem „Volksbegehren Artenschutz“ stehen nicht nur Umweltverbände, sondern ganz maßgeblich auch die Partei Bündnis 90/Die Grünen, die damit ein dankbares Thema für die Kommunalwahlen im kommenden Jahr und die Landtagswahlen 2022 in der Hand hätten.

Die Unterschrift unter das Volksbegehren ist schnell gesetzt, welche Einschnitte dies für die betroffenen Landwirte bedeute, ist dagegen kaum jemandem klar. So schreibt das Volksbegehren vor, dass Wiesen in den Vogelschutzgebieten erst nach dem 15. Juni gemäht werden dürfen. Davon wären in Friesland circa 20 Prozent der Flächen betroffen. „Wenn Grünland erst so spät gemäht wird, verliert das Gras sehr stark an Energie, davon kann keine Milchkuh Milch geben“, erläutert Hartmut Seetzen. „Für die Milcherzeugung wären die Flächen dann wertlos.“

Auch der geplante Randstreifen von fünf bzw. drei Metern entlang von Gewässern, auf denen keine Pflanzenschutzmittel und kein Dünger ausgebracht werden dürften, würde erhebliche Einschränkungen bedeuten – in Friesland gibt es ein 10.000 Kilometer langes Grabennetz. Bei Festlegung derartiger Randstreifen würden bis zu 15 Prozent der Futterflächen betroffen sein. Der vorgesehene Erschwernisausgleich, den das Volksbegehren Artenvielfalt verspricht, gleicht die Verluste bei weitem nicht aus.

Dabei ist die Landwirtschaft in Friesland mit dem großen Grünlandanteil, den bäuerlichen Familienbetrieben, der weit verbreiteten Weidehaltung und den kurzen Wegen zu den regionalen Molkereien doch genau die Landwirtschaft, die gesellschaftlich gewollt ist. „Wenn wir diese Betriebe lahmlegen und die Lebensmittel stattdessen aus dem Ausland importieren, ist der Natur doch auch nicht geholfen“, betont Hartmut Seetzen. „Das Volksbegehren gefährdet viele Betriebe. Der Niedersächsische Weg dagegen könnte Artenschutz und den Erhalt der Familienbetriebe sichern, und die Verbraucher können weiter zuverlässig mit heimischen Nahrungsmitteln versorgt werden. Darum unsere Forderung: Keine Unterschrift unter das Volksbegehren!“

 

 

Unternehmensberater gesucht

Zur Verstärkung unseres Beraterteams für unsere Standorte Aurich, Leer oder Ovelgönne suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt in Vollzeit eine / einen

UNTERNEHMENSBERATER/IN LANDWIRTSCHAFT (M/W/D)

Wir sind eine junge Unternehmensberatung für landwirtschaftliche Betriebe in einem Unternehmensverbund der LHV Steuerberatungsgesellschaft und der Kreislandvolkverbände Friesland & Wesermarsch mit über 100 Mitarbeitern an fünf Standorten. Wir betreuen unsere Mandanten von Ostfriesland bis zur Wesermarsch.

Aufgabengebiete:
• Sie beraten landwirtschaftliche Betriebe jeder Größenordnung zwischen Weser und Ems
• Durch Ihre Analyse und Beratungen unterstützen Sie Landwirte und Betriebsleiter dabei, die richtigen Entscheidungen bei Investitionen zu treffen
• Sie begleiten Betriebe bei allen Prozessen zur Umstrukturierung oder komplexen Sanierung
• Sie helfen bei der systematischen Anwendung und Erweiterung unserer Beratungsangebote

Anforderungsprofil:
• eine qualifizierte Ausbildung und/oder ein abgeschlossenes Studium (Uni/FH) im Bereich Agrar
• engagiertes und eigenverantwortliches Arbeiten
• ein authentisches und selbstsicheres Auftreten
• ein hohes Maß an Teamfähigkeit und Einfühlungsvermögen

Wir bieten Ihnen:
• ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit leistungsgerechter Vergütung und vielseitigen Entwicklungsmöglichkeiten durch individuelle Seminare und Weiterbildungen
• ein sehr gutes Betriebsklima in einem jungen und motivierten Team aus Beratern
• ein modern ausgestattetes Arbeitsumfeld

Bitte bewerben Sie sich schriftlich unter Beifügung der üblichen Bewerbungsunterlagen per Post an die unten stehende Adresse oder per E-Mail an bewerbung@landvolk-nordwest.de

Landvolk Nord West Unternehmensberatungsgesellschaft mbH
z.Hd. Herrn Manfred Ostendorf / Geschäftsführer
Albrecht-Thaer-Straße 2
26939 Ovelgönne
Tel: 04401 98050

 

 

Küsten müssen wolfsfrei bleiben

Sie machen gemeinsam auf die Nöte und Sorgen der Weidetierhalter aufmerksam (v.l.): Hartmut Seetzen (Vorsitzender KLV Friesland), Deichschäfer Kurt Metzner aus Petersgroden und Ellen Kromminga-Jabben (Vorsitzende KreisLandFrauenverband Friesland-Wilhelmshaven).

Seit Jahresbeginn haben Landwirte und Deichschäfer in Friesland sowie im angrenzenden Ostfriesland immer wieder gerissene Tiere aufgefunden: Fünf Vorfälle mit zehn toten und einem verletzten Schaf und einer toten Ziege gab es in Friesland. Mittlerweile ist in den meisten Fällen auch amtlich festgestellt, dass es sich dabei um Wolfsrisse gehandelt hat. Nicht nur Landwirte, sondern auch Pferdehalter sind besorgt: Die Weidesaison ist in vollem Gange, und es ist zu erwarten, dass es zu weiteren Rissen kommt.

Um die Bevölkerung auf diese Sorgen aufmerksam zu machen, haben die Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch gemeinsam mit den KreisLandFrauenverbänden Friesland-Wilhelmshaven sowie Wesermarsch ihren Mitgliedern mehr als 200 Aktionsplakate zur Verfügung gestellt, die überall in den beiden Landkreisen aufgehängt wurden. Die Plakate sollen gleichzeitig die Forderungen nach einem wirksamen Wolfsmanagement in Niedersachsen bekräftigen, die die Kreislandvolkverbände bereits seit Jahren erheben:

  • Die Küstenlandkreise mit ihren langen Deichlinien müssen wolfsfreie Zonen bleiben.
  • Herdenschutzmaßnahmen wie hohe, stromführende Zäune und Herdenschutzhunde sind hier nicht möglich – die Kosten wären unverhältnismäßig, die Pflege (Grasschnitt, Treibselentfernung) nicht zu leisten, und Herdenschutzhunde eine Gefahr für die zahlreichen Ausflügler und Touristen. Ohne Beweidung ist die Deichsicherheit aber gefährdet. Es ist zu begrüßen, dass eine entsprechende Sonderregelung in der Niedersächsischen Wolfsverordnung festgeschrieben werden soll.
  • In den Grünlandgebieten entlang der Küste ist die – gesellschaftlich gewünschte – Weidehaltung weit verbreitet. Diese ist mit der – ebenfalls gesellschaftlich gewünschten – Wiederansiedlung von Wölfen nicht vereinbar. Die Weidetierhalter dürfen mit den Folgen dieses ungelösten Zielkonflikts nicht allein gelassen werden.
  • Es muss ein echtes Wolfsmanagement inklusive Bestandsregulierung in Niedersachsen und auf Bundesebene geben, mit einer festgelegten Obergrenze für den Wolfsbestand und der Möglichkeit, die Größe der Rudel präventiv zu regulieren – schon bevor ein Riss passiert ist. Sonst wird es jedes Frühjahr wieder dazu kommen, dass Jungwölfe ihren Weg nach Friesland finden, weil landschaftlich geeignetere Reviere bereits belegt sind.
  • Wölfe sind auch für Pferde und vor allem Fohlen eine Gefahr.

Daten und Fakten zur Weidehaltung
In Friesland werden rund 88.500 Rinder in ca. 400 Betrieben gehalten. Zudem gibt es 8.000 Schafe, die überwiegend von den Deichschäfereien gehalten werden zur Pflege der 75 Kilometer langen Deiche. Es gibt ca. 1.300 Pferde. Die allermeisten dieser Tiere haben in den Sommermonaten Weidegang.

Die landwirtschaftliche Nutzfläche Frieslands besteht aus verhältnismäßig kleinen Feldblöcken, die meist durch Gräben voneinander abgegrenzt sind. Die Kosten für eine wolfssichere Einzäunung betragen ca. 5.000 bis 10.000 Euro je Feldblock. Für einen durchschnittlichen Milchviehbetrieb kämen Kosten in Höhe von 150.000 bis 300.000 Euro zusammen. Bei Zäunen beidseitig der Gewässer wäre eine Unterhaltung kaum noch durchführbar, auch ein Wildwechsel von allen anderen Wildtieren wäre nahezu unmöglich.

 

 

Landwirte lassen Friesland aufblühen

Renke Hullmann (l.) und Hartmut Seetzen unterstützen die Aktion “Bienenfreundlicher Landwirt” der Kampagne “Echt grün – Eure Landwirte”.

Während der Mais im Feld nebenan gerade erst gekeimt ist, ist in dem bunten Streifen am Grabenrand schon reges Treiben: Bienen, Hummeln und zahlreiche weitere Insekten tummeln sich zwischen violetter Phacelia und orangen Ringelblumen, dazwischen stecken hier und da auch Margeriten ihre weißen Köpfe den warmen Sonnenstrahlen entgegen. „Diesen Blühstreifen habe ich schon im vergangenen Frühjahr angelegt“, berichtet Landwirt Renke Hullmann, der die Flächen am Hammweg in Varel-Hohenberge bewirtschaftet. „Durch die Trockenheit sah es hier im Sommer gar nicht so gut aus, aber jetzt sind die Pflanzen umso schöner wiedergekommen.“

Mehrjährige Blühflächen sind auch aus einem anderen Grund von Vorteil: Wenn die Pflanzen über den Winter stehen gelassen werden, können die Insekten in die Stängel ihre Eier ablegen; außerdem bieten die Streifen Niederwild eine Rückzugsmöglichkeit. Um Insekten weiteren Lebensraum zu bieten, hat Renke Hullmann den Aushub aus dem benachbarten Graben nicht abgefahren, sondern zu einem Haufen geschichtet, den er liegenlässt, bis sich das pflanzliche Material zersetzt hat.

Insgesamt hat der Vareler Landwirt auf rund 35.000 Quadratmetern seiner Fläche Blühstreifen und Wildäcker angelegt, um die Artenvielfalt zu fördern und Insekten Lebensraum und Nahrung zu bieten; dies macht er schon seit vielen Jahren. Zum ersten Mal beteiligt er sich in diesem Jahr aber an der Aktion „Bienenfreundlicher Landwirt“ der Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“. Um das Siegel „Bienenfreundlicher Landwirt“ zu erhalten, hat er sich neben der Anlage von Blühstreifen dazu verpflichtet, die Hälfte seiner Feldrandstreifen und Wegerandstreifen erst nach dem Ausblühen zu mähen, damit sich Wildkräuter vermehren können. Außerdem hat er Altgrasstreifen, die in der Vegetationszeit gar nicht gemäht werden – auch das ein Beitrag zu mehr Artenvielfalt.

Damit dieses Engagement auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, erhält jeder „Bienenfreundliche Landwirt“ Feldrandschilder, die auf die Blühstreifen hinweisen. „Ziel der Aktion ist aber auch, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für das Thema zu wecken“, sagt Hartmut Seetzen, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Friesland. „Jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten, im eigenen Garten oder selbst auf dem Balkon.“ Auch andere Flächeneigentümer wie die Kommunen oder auch die Wasser- und Bodenverbände seien hier gefragt – durch die Anlage von Blühflächen, aber auch durch das seltenere Mähen von öffentlichen Grünflächen oder der Verzicht auf das Mulchen von Wegerandstreifen.

Wie groß die Blühstreifen und -flächen der Friesländer Landwirte insgesamt sind, lässt sich im Moment noch nicht sagen. Die Daten werden bei der Landwirtschaftskammer gesammelt und erst später im Jahr ausgewertet. Der Kreislandvolkverband Friesland rechnet aber damit, dass die Fläche mindestens so groß sein wird wie im vergangenen Jahr, als in Friesland auf fast 200 Hektar oder 2.000.000 Quadratmetern landwirtschaftlicher Nutzfläche Blühflächen und Feldrandstreifen angelegt worden sind oder Flächen brachliegengelassen wurden.

In dieser Statistik noch nicht mitgezählt sind die vielen kleineren Maßnahmen wie etwa die Sonnenblumenstreifen, die viele Landwirte entlang ihrer Maisfelder einsäen. In ganz Niedersachsen brachten Landwirte 2019 auf fast 26.500 Hektar ein- oder mehrjährige Blühmischungen aus. Sie legten auf mehr als 5.000 Hektar Blühstreifen an, weitere 23.000 Hektar lagen brach, um die Artenvielfalt zu erhöhen.

 

 

Aktkion “Bienenfreundlicher Landwirt” geht in die nächste Runde

Nach dem erfolgreichen Start 2019 geht die Aktion „Bienenfreundlicher Landwirt“ der Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“ in die nächste Runde. Der Kreislandvolkverband Friesland ruft seine Mitglieder dazu auf, sich an dieser niedersachsenweiten Aktion zu beteiligen und damit ihr Engagement für den Insektenschutz öffentlich sichtbar zu machen.

Wildbienen und andere Insekte spielen eine wichtige Rolle in der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen: 75 Prozent von ihnen sind auf die Bestäubung durch Bienen und andere Insekten angewiesen! Für gute Ernten und die ökologische Artenvielfalt von Pflanzen ist es daher unerlässlich, den Insekten den Lebensraum einzuräumen, den sie verdienen. Gemeinsam mit dem Bieneninstitut Celle (LAVES Institut für Bienenkunde Celle) sind Maßnahmen entwickelt worden, wie Insekten über die tagtäglichen Anstrengungen der Landwirte hinaus besonders geschützt werden können. Ziel ist es, auch Nicht-Landwirte zum Insektenschutz zu animieren, denn Jede und Jeder kann sich engagieren – jede Fensterbank und jeder Vorgarten zählen!

Und so geht es: Mit jeder Maßnahme kann man, je nach Intensität ihrer Wirkung, Punkte sammeln und in einem Teilnahmeblatt eintragen, das es unter www.eure-landwirte.de/jetzt-mitmachen-bienenfreundlicher-landwirt-2020/ im Internet zum Download gibt. Hat ein Betrieb genügend Punkte erreicht, bekommt er die jährlich verliehene Auszeichnung „Bienenfreundlicher Landwirt“. Auch in unserer traditionellen Grünlandregion, wo die Anlage von Blühstreifen nicht so einfach umzusetzen ist wie in Ackerbauregionen, können Landwirte mitmachen – wenn sie beispielsweise extensiv genutzte Weideflächen haben, die höchstens einmal im Jahr gemäht werden.

Auch natürliche Nistmöglichkeiten und Baumaterialien für den Nestbau sind auf vielen Höfen selbstverständlich. Von Totholzstapeln über Sandhaufen bis hin zum Scheunendach finden Wildbienen & Co vielerlei Zuhause. Wichtig ist: Da einige Arten auf spezielle Nistmaterialien festgelegt sind, führt nur eine Vielfalt von Angeboten und Maßnahmen zu einer Vielfalt von Insekten.

All diese Maßnahmen erfolgen von Landwirten freiwillig als Selbstverpflichtung in Abstimmung mit dem Bieneninstitut Celle. Denn: Landwirte sind der größte Landschaftspfleger Deutschlands und der Grund, dass die Kulturlandschaft, die unser Land prägt, weiter besteht.

 

Landwirte sind in großer Sorge um Lämmer

Die Bedrohung durch den Wolf wird immer drängender: Nachdem es bereits in den vergangenen Wochen immer wieder Risse auch im Landkreis Friesland gegeben hatte, ist in der Wesermarsch jetzt zum ersten Mal ein neugeborenes Kalb aus einem Stall herausgeholt und getötet worden – aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls von einem Wolf. „Unsere Landwirte sind in großer Sorge um ihre Tiere, vor allem um die Schafe“, sagt Hartmut Seetzen, Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Friesland. „In den vergangenen Wochen war in den meisten Betrieben Lammzeit, und die Tiere befanden sich im Stall. In diesen Tagen geht es mit den jungen Lämmern aber wieder hinaus auf die Weiden und die Deiche. Ich möchte mir das Bild gar nicht vorstellen, wenn es dort den ersten Wolfsangriff gibt.“

Wölfe machen, anders als immer wieder vorhergesagt, auch vor Schafen auf den Deichen nicht Halt: In der vergangenen Woche gab es einen verheerenden Riss am Emsdeich in Westoverledingen (Landkreis Leer), wo mehr als 20 Schafe tot aufgefunden wurden, teils grausam zugerichtet. Das Landvolk hatte immer wieder gefordert, dass die Küstengebiete wolfsfreie Zonen bleiben müssen, da entlang der Deiche Herdenschutzmaßnahmen wie stromführende Zäune oder Herdenschutzhunde angesichts der zahlreichen Touristen und Ausflügler nicht umzusetzen sind. Außerdem werden vor allem in den Küstenregionen viele Tiere auf der Weide gehalten – ein reich gedeckter Tisch für Wölfe.

„Wölfe, die in Ställe eindringen und auf unseren Deichen unterwegs sind, sind für uns Problemwölfe, die gezielt entnommen werden müssen“, fordert Hartmut Seetzen. „Es muss endlich ein echtes Wolfsmanagement in Niedersachsen mit einer Regulierung des Bestands geben. Sonst wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis die nächsten Tiere hier auftauchen.“

 

Corona: Auch Landwirte sind „kritische Infrastruktur“

Das Coronavirus ist auch für die Landwirte in Friesland ein Thema. Zwar haben sie berufsbedingt in der Regel weniger Sozialkontakte als Mitarbeiter in Arztpraxen oder Supermärkten und können daher einfacher die empfohlenen Verhaltensregeln umsetzen und Abstand zu ihren Mitmenschen halten. Sollten sie jedoch erkranken, wäre dies besonders problematisch: Die Tiere müssen ja trotzdem weiter versorgt werden, und eine Ersatzarbeitskraft ist oft nur schwer zu organisieren.

„Die Gesundheitsämter geht derzeit davon aus, dass bei einer verordneten häuslichen Quarantäne die betreffenden Landwirte weiterhin ihre Arbeit auf den Betrieben verrichten dürfen“, hat Manfred Ostendorf, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands Friesland, auf Nachfrage erfahren. Sollte ein Mitarbeiter betroffen sein, könnte der in Absprache mit dem Gesundheitsamt die angeordnete Quarantäne auch auf dem landwirtschaftlichen Betrieb verbringen, bei dem er angestellt ist, um die Versorgung der Tiere sicherzustellen.

Eine Übertragung des Virus auf die Tiere braucht dabei niemand zu befürchten: Bislang gebe es darauf keinerlei Hinweise, so das Friedrich-Löffler-Institut. Auch eine Übertragung über Lebensmittel wie beispielsweise Milch ist nach Aussage des Bundesinstituts für Risikobewertung noch nicht beobachtet worden.

Für die Landwirte in Friesland ist aber nicht nur wichtig, dass sie ihre Tiere versorgen und die Milch weiter abgeholt und zur Molkerei gebracht werden kann. Sie müssen jetzt im Frühjahr auch mit den Arbeiten auf dem Feld beginnen, um den Sommer über Getreide oder Gras und Mais als Futter für ihre Tiere ernten zu können. „Auf vielen Betrieben steht jetzt erst einmal die Neuansaat der Grasnarbe an, die durch die Mäuseplage komplett zerstört worden ist“, sagt Manfred Ostendorf. „Das muss jetzt bald losgehen, sobald die Flächen abgetrocknet sind. Die Milchviehhalter sind auf frisches Gras angewiesen, die meisten Betriebe müssen schon längst Futter zukaufen.“ Daher sei es wichtig, dass ein Landwirt auch unter Quarantäne auf seinem Trecker die Felder bearbeiten darf. Die Einzelheiten sollten Betroffene mit dem Gesundheitsamt abklären.

„Die Corona-Krise führt uns vor Augen, wie schnell unsere globalisierte, durchgetaktete Welt aus dem Gleichgewicht geraten kann“, betont Manfred Ostendorf. „Wir sehen, wie wichtig es ist, dass wir uns bei den Waren des täglichen Bedarfs nicht von Lieferungen aus dem Ausland abhängig machen. Insofern gehören die Landwirte genauso zur ,kritischen Infrastruktur‘ wie die Mitarbeiter im Supermarkt; sie alle stellen die Versorgung der Bevölkerung mit heimischen Lebensmitteln sicher.“

 

Antragsverfahren zur Wiederherstellung von geschädigtem Dauergrünland läuft an

Die Mäuseplage hat dem Dauergrünland auf vielen Standorten in Friesland, Wilhelmshaven und der Wesermarsch stark zugesetzt, großflächig drohen Totalausfällen der Grasnarbe. Ab sofort kann mit einem sogenannten „Antragsverfahren höherer Gewalt“ die Wiederherstellung von betroffenen Dauergrünland beantragt werden.

Dieses Verfahren ist nicht das, was das Landvolk wollte. Es ist vielmehr das Ergebnis der beteiligten Ministerien und Behörden. Zu allem Übel hat das Niedersächsische Umweltministerium einen Erlass an die betroffenen Unteren Naturschutzbehörden versandt. Durch diesen Erlass ist zu befürchten, dass Anträge in Schutzgebieten kaum genehmigungsfähig sind oder evtl. Genehmigungen mit erheblichen Auflagen verbunden werden.

Die Kreislandvolkverbände haben die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Antragsverfahren zusammengestellt. Sie finden diese Hinweise nachfolgend als pdf-Dokument zum Download. Außerdem finden Sie das Antragsformular sowie das Merkblatt der Landwirtschaftskammer.

Hinweise Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland zum Antragsverfahren
Antragsformular Mäuseschäden
Hinweise Landwirtschaftskammer zum Antragsverfahren

 

Am Zukunftstag mal Landwirt sein

Am Zukunftstag können Schülerinnen und Schüler viel selbst ausprobieren – Trecker fahren, aber auch Kälber scheren oder landwirtschaftliche Geräte reparieren.

Kühe melken, Kälber füttern und Trecker fahren – das können Schülerinnen und Schüler aus Friesland und Wilhelmshaven am Zukunftstag ausprobieren, der in diesem Jahr am Donnerstag, 26. März 2020, stattfinden wird. Dabei haben sie die Wahl: Entweder können Sie den Tag auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Nähe ihres Wohnorts verbringen, oder sie kommen nach Schortens auf den Familienbetrieb von Jürgen Becker. Dort werden Schüler der Berufsbildenden Schule III Oldenburg gemeinsam mit dem Kreislandvolkverband Friesland und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Oldenburg-Nord, ein zentrales Angebot für Schülerinnen und Schüler der 5. bis 10. Klassen auf die Beine stellen und ihnen einen Einblick in den vielseitigen Beruf des Landwirtes ermöglichen.

Die Fachschüler der BBS Oldenburg werden verschiedene Stationen gestalten, an denen die Jungen und Mädchen nicht nur praktisch tätig werden dürfen, sondern auch entsprechende Hintergrundinformationen bekommen. Geplant sind das Füttern und Melken der Kühe, die Zusammenstellung einer Futterration sowie die Kälberfütterung. Außerdem wird Getreide bestimmt und über Ackerbau informiert. An Technik interessierte Schülerinnen und Schüler haben Gelegenheit, viele verschiedene Maschinen kennen zu lernen und auf dem Trecker je nach Wetterlage das Grubbern, Pflügen, Düngerstreuen oder die Grünlandpflege mit zu machen. Zudem wird ausführlich über den Ausbildungsberuf des Landwirtes und die beruflichen Perspektiven informiert.

“Gerade landwirtschaftliche Betriebe eignen sich hervorragend, um Schülerinnen und Schüler mit einzubeziehen und Ihnen hautnah zu vermitteln, dass Arbeit zwar anstrengend ist, aber auch viel Spaß macht. Die Jugendlichen können viele Tätigkeiten eigenständig verrichten und die Landwirtschaft mit allen Sinnen erleben”, wirbt Andrea Vogt, Landvolk-Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, für die Teilnahme.

Versorgung und Pflege der Tiere, Arbeiten auf dem Feld und der Umgang mit landwirtschaftlichen Maschinen – der Beruf des Landwirts ist sehr vielfältig.

Die Landwirte und alle weiteren Beteiligten freuen sich darauf, die interessierten jungen Menschen für die Landwirtschaft zu begeistern und ihnen zu zeigen, dass dieser Beruf sehr vielseitig ist und ein selbständiges Arbeiten mit hohem Maß an Verantwortung für Mensch und Tier ermöglicht. Wenn man Interesse an der Natur, am Umgang mit Tieren und moderner Technik hat, lohnt es sich, über eine Ausbildung in diesem Beruf nachzudenken, auch wenn man nicht aus der Landwirtschaft kommt. Jedes Jahr steigen die Ausbildungszahlen. Bereits ein Drittel der Auszubildenden sind weiblich. Aufgrund der inzwischen ausgeprägten Technisierung ist der Beruf der Landwirtin auch für Frauen zunehmend attraktiv, denn er hat vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten in der gesamten Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Schülerinnen und Schüler, die den Zukunftstag in einem landwirtschaftlichen Betrieb verbringen möchten, sollten sich bis zum 10. März unter der Telefonnummer 0441 340100 oder per E-Mail an ralf.minits@lwk-niedersachsen.de bei der Bezirksstelle Nord der Landwirtschaftskammer Niedersachsen anmelden. Für Rückfragen steht auch Andrea Vogt, Telefon 04401 980522 beim Kreislandvolkverband Friesland zur Verfügung.

 

 

Geschäftsstelle Friesland jetzt im „Grünen Zentrum“ in Ovelgönne

Sie machten sich ein Bild von den neuen Räumen der Geschäftsstelle: (v.l.) Uwe Reese (Bürgermeister Stadt Wilhelmshaven), Gerd-Christian Wagner (Bürgermeister Stadt Varel), Sven Ambrosy (Landrat Friesland), Stephan Eiklenborg (Bürgermeister Sande), Siemtje Möller (SPD-Bundestagsabgeordnete für Friesland und Wilhelmshaven), Manfred Ostendorf (Geschäftsführer Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland), Hartmut Seetzen (Vorsitzender Kreislandvolkverband Friesland)

Mit einer kleinen Feierstunde sind jetzt die neuen Räume der Geschäftsstelle des Kreislandvolkverbands Friesland eröffnet worden. Die Geschäftsstelle war Ende des vergangenen Jahres von Schortens nach Ovelgönne (Landkreis Wesermarsch) umgezogen und befindet sich jetzt unter dem Dach des „Grünen Zentrums“. Dort sind insgesamt 14 landwirtschaftliche Verbände, Vereine und Institutionen untergebracht – neben der Geschäftsstelle des Kreislandvolkverbands Wesermarsch auch das Grünlandzentrum Niedersachsen-Bremen, die Versuchsstation der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für Grünlandwirtschaft und Rinderhaltung, der Maschinenring oder die Ländliche Erwachsenenbildung.

„Natürlich findet ein Landrat es nicht gut, wenn der Landvolk-Vorsitzende zu ihm kommt und sagt, wir ziehen um in die Wesermarsch“, bekannte Frieslands Landrat Sven Ambrosy in seinem Grußwort. Es sei aber richtig, wenn die Landwirtschaft ihre Kräfte bündele und die Zusammenarbeit in der Region vorantreibe. Acht Prozent der Arbeitsplätze in der Region hingen direkt oder indirekt an der Landwirtschaft. Daher sei es wichtig, dass es weiterhin eine starke Landwirtschaft gebe, in der auch weiterhin Wertschöpfung möglich bleibe.

Mit dem Umzug der Geschäftsstelle nach Ovelgönne konnten die Bürozeiten erheblich erweitert werden: montags bis freitags ist nun zwischen 8 Uhr und 16.30 Uhr durchgehend ein Ansprechpartner erreichbar. War Manuela Lafarré bislang halbtags beim Beratungsring Friesland beschäftigt, ist sie nun ganztags für den Kreislandvolkverband tätig und übernimmt neben ihrer Tätigkeit im Sekretariat auch Aufgaben in der Grünen Buchführung. Manuela Lafarré ist unter der Telefonnummer 04401 9805-15 zu erreichen; die Faxnummer lautet 04401 9805-55. Die E-Mail-Adresse ist gleich geblieben und lautet weiterhin kreislandvolk.friesland@ewetel.net.

Der Kreislandvolkverband Friesland hatte bereits in der Vergangenheit eng mit dem Nachbarverband in der Wesermarsch zusammengearbeitet, etwa auf dem Gebiet der steuerlichen Buchstelle. Diese Zusammenarbeit ist jetzt nochmals erweitert worden: Zum 1. Januar kooperiert die Buchstelle mit der Steuerberatungsgesellschaft des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland (LHV) und gehört damit zu einem Verbund von 90 Mitarbeitern an insgesamt vier Standorten. Alle Mitarbeiter wurden übernommen, zusätzlich ist mit Menno Burmann ein junger Steuerberater ins Team nach Ovelgönne gekommen.

“Durch den Verbund eröffnen sich neue Möglichkeiten bei der Digitalisierung der Arbeit”, sagte Matthias Baumann, Leiter der LHV Steuergesellschaft. “In der technischen Entwicklung, aber auch in der Personalentwicklung ist Größe ein Vorteil, genauso bei der Qualität der steuerlichen, rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung, wenn man sich die Komplexität des Steuerrechts vor Augen führt.“

Die Kooperation mit den Ostfriesen erstreckt sich jedoch nicht nur auf die Buchstelle: Zum 1. Januar hat auch die gemeinsame Landvolk-Unternehmensberatungsgesellschaft Nord-West ihre Arbeit aufgenommen, die den Mandanten auf Basis der steuerlichen Daten eine tiefergehende betriebliche Beratung anbieten kann, um die wirtschaftliche Struktur der Betriebe langfristig zu stärken. „Durch die Zusammenarbeit zwischen Steuerberatung und Betriebswirtschaft können wir Betriebsvergleiche und -analysen sowie Betriebszweigauswertungen im großen Verbund anbieten, Entwicklungspläne und Finanzplanungen erstellen und die Betriebe bei Finanzierungsfragen und Restrukturierungen begleiten“, nennt Manfred Ostendorf, Geschäftsführer der Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland, die Bandbreite der Aufgabengebiete.